Das Quartett für Bürgerinteressen ist komplett - Bürgerdialog 5

Ja, wir haben ein starkes Kleeblatt für den Bürgerdialog mit den Leuten gefunden, die all die Jahre Bürgerinteressen nicht ernst genommen, ja sogar uns zum Narren gehalten haben. Seit der Planung des Wohnviertels Goethestraße vor mehr als 25 Jahren haben sowohl Verwaltung als auch die damalige Gemeindevertretung zugelassen, ja sogar billigend in Kauf genommen, dass es Konflikte mit den neuen Bewohnern geben würde. Denn ein allgemeines Wohngebiet und ein Sportplatz, der sich immer weiter ausgedehnt hat, da stoßen Welten aufeinander. Es ist heute nicht genau nachvollziehbar, weshalb die Wohnbebauung sinnlos bis an die Sportstätte ausgedehnt wurde. Sicher auch aus Profitinteresse.

Aber ist es nicht nur dumm, sondern geradezu provozierend, dass weitere zwei Fußballplätze und ein Volleyballfeld ohne gesetzlich ausreichend Schallschutz geplant und genehmigt wurden? Gutachten gingen, wer auch immer sie in Auftrag gab, von falschen Voraussetzungen aus, wurden grob geschätzt und natürlich auch später nicht berücksichtigt. Natürlich kennen  die Gemeindevertreter die Sportanlagen-Lärmschutz-Verordnung kaum, interessiert sie offensichtlich auch nicht. 

Am 11.9. soll der Bürgerdialog  mit uns losgehen, ein schwieriges Unterfangen für uns Anwohner. Wir haben vorgeschlagen, dass nur die Leute am Runden Tisch sitzen, die für die Zustände verantwortlich und in der Lage sind, sie zu ändern. Die Gemeindevertreter haben ja mit der Verwaltung getagt, ihre Sicht der Dinge zu Papier gebracht. Ich habe das ja veröffentlicht. Ja der Berg kreiste und gebar eine Maus. Aber keine Ironie, wir wollen fair sein, Miteinander - Füreinander.

Warum sollten aber sie eigentlich am 11.9. dabei sein nach dem Motto, wer will, kann teilnehmen, wer hat noch nicht? Die Gemeindevertreter, gerade die, die im Vorjahr wiedergewählt wurden, haben zu großen Teilen bis heute unsere berechtigten Interessen nicht wahrgenommen, Augen und Ohren verschlossen, ohne Empathie die  Anliegen der Bürger missachtet, vor sich hergeschoben, sich vor uns Bürger  weggeduckt. Wie, um nur einige zu nennen, die Damen Emmrich, Formazin, Hübner und Tietz und die Herren Dreher, Meuschke und Stock. War und ist  das ihre Auffassung von Bürgervertretung? Reden hätten sie wenigstens mit uns können, aber da fehlten ihnen wohl die Argumente. Der Schwachsinn, dass der Sportplatz zuerst da war, ist auch heute noch ein Armutszeugnis und Zeichen für einen Streik von Synapsen.

Weshalb sollten wir ihnen nun vertrauen, dass bildlich aus dem Saulus ein Paulus wurde? Dabei spielte auch die Verwaltung eine miese Rolle, denn die Gemeindevertreter wurden jahrelang nicht über die Beschwerden und Anzeigen, auch über die wegen unzumutbaren Lärmbelästigung weit in den neuen Tag hinein herbei gerufenen Polizeistreifen informiert. Ein Beamter der Wache Barnim fragte mich: Wo findet die Ordnungswidrigkeit statt? Und als ich ihm antwortete auf dem Sportplatz Ahrensfelde, da sagte er doch wirklich: Da finden unsere Streifenwagen schon ohne Fahrer hin!

Bürgermeister Gehrke hat all das sicher als Amtschef auf den Tisch bekommen. Ist es nicht sogar nach der Kommunalverfassung seine Pflicht, die Gemeindevertretung über alle wichtige Fragen zu informieren? Also war es für ihn nicht so wichtig, wie viele seiner Bürger leben und beeinträchtigt werden. Typisch oder Einzelfall? Nicht einmal eine Petition von 172 Anwohnern bei lediglich 120 Wohneinheiten hat kaum ein Echo gefunden außer Spitzfindigkeiten in der Ablehnung.

Während wir uns ernst und sachlich auf die Gespräche vorbereiten, werden unsere Gärten von Quadrokoptern überflogen, die vom Sportplatz gestartet werden. Beschallung nach Mitternacht vom 70 db (A) statt der erlaubten 45, Dummheit oder Provokation? Das sind Gesetzesverstöße und  keine Bagatellen. Soll Ahrensfelde auf diesem Gebiet zu einem rechtsfreien Raum werden, frage ich unseren Bürgermeister? Es reicht doch nicht großzügig Ausnahmegenehmigungen von Herrn Terne auszustellen, sondern da müssen auch konkrete Auflagen erteilt und kontrolliert werden. Durch wen? Na der die Genehmigungen ausstellt, also die Verwaltung, das ist doch klar wie Kloßbrühe.

Um endlich Nägel mit Köpfen machen, Maßnahmen zur Lösung vieler Probleme einleiten zu können, müssen die Entscheider und Verursacher an den Tisch des Bürgerdialogs. Von der Gemeindevertretung der Vorsitzende Herr Kusch und die Organisatorin des Dialogs Frau Karger. Die Vertreterin der Fraktion Bürger für Ahrensfelde, Frau Ulrich, die sich dieser Sache angenommen haben, weil sie ihren Namen ernst nehmen. Und Frau Ulrich fungiert gleichzeitig als Beistand der Petentin Frau Becker. Von der Verwaltung wäre Herr Schwarz zu nennen als Chefortsentwickler und Herr Terne, der für die Vereine verantwortlich zeichnet und seltsamer Weise auch für die Ausnahmegenehmigungen auf dem Sportplatz und des Restaurants. Dessen Geschäftsführer ist zu laden wie auch der Vorsitzende des Vereins Grün-Weiß Ahrensfelde. 

Ja und dann das Quartett der Anwohner aus unserer Siedlung, als da sind: Die Frauen Becker und Schlüter, die Herren Jentsch und Moreike als Sprecher des Teams. Ein starkes Quartett von Wissen und Erfahrung, von Emotionalität und Sachlichkeit. Damit sind wir gut aufgestellt um die Interessen und Rechte der Bewohner der Goethe-Siedlung am 11. September und darüber hinaus bis zu nachhaltigen Lösungen zu vertreten, sachlich, kritisch und optimistisch.

Fotos: Autor, Cartoon Archiv, Zeichnungen LTG Prospekt


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