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Neues aus der Provinz: Sind wir die Kaputtmacher der Umwelt? - Es scheint so!

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  Na ja, der evangelische Kirche, die die EKBO-Siedlung entlang der Lindenberger Straße bauen wird, können wir es nicht in die Schuhe schieben. Unsere Gemeindevertretung hat letztendlich den Bauplan beschlossen, das "Juwel" der Planung. Ich hätte mich totlachen können über den Vergleich mit einem Edelstein, wenn es nicht so traurig wäre. Natürlich müssen Kompromisse und Abwägungen geschlossen werden. Keine leichte Aufgabe. Aber deshalb muss doch nicht mit dem Bulldozer in ein einzigartiges Habitat gerammelt und Sägekommandos in das Wäldchen losgeschickt werden. Was da an geschützten Pflanzen und Tieren kaputt und plattgemacht wird, lässt doch die Frage zu, nein erzwingt sie geradezu, ob dieses Bauprojekt der Mühe wert ist oder überhaupt beschlossen werden durfte. Apropos durfte, die naturrechtlichen Ausgleichmaßnahmen erscheinen mir dürftig wenn nicht unsinnig, wenn ich allein an die Umsiedlung der Feldlerchen bei der Bonanva-Siedlung denke und die bedauernswerten Zauneidec...

Jenseits von Kahnfahrten und sauren Gurken - Bürgerprotest im Spreewald

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Die Spreewälder sind zurückhaltende, aber freundliche und naturverbundene Leute. Sie leben nicht nur von sauren Gurken und Meerrettich, sondern viele von ihnen vom Tourismus. Und der wiederum von der einzigartigen Landschaft, dem  UNESCO-Biosphärenreservat. Diese geschützte Auenlandschaft hat ein Netz von ungezählten Fließen um die Spree und erstreckt sich über 970 Kilometer.  Entstanden aus eiszeitlichen Schmelzwasserrinnen, bietet dieses Binnendelta eine naturnahe Idylle für Kahnfahrten, Paddeltouren und Radwegen zu kleinen Siedlungen oder nur mit Kähnen erreichbaren, verstreuten Gehöften  auf Sandinseln, Leipe, Lehde oder Kaupen in sorbischer Tradition. Und nun gibt es Aufruhr zwischen Lübben und Lübbenau. Die Ausflügler auf den Kähnen lesen unterwegs mitten im Wald immer wieder für sie unverständliche Losungen wie "SpreeWald statt Wildnis!"  Der Grund, die Landesregierung von Brandenburg will 450 Hektar, immerhin 10 Prozent des 350 Jahre alten Kulturwaldes des Ob...

Neues aus der Provinz: Ahrensfelde und eine Milchmädchenrechnung bei Bauprojekten

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Um es gleich vorweg zu sagen, es geht hier nicht um Geschenke.  Bei jedem Beschluss zu Städtebaulichen Verträgen muss die Kostenfrage gestellt werden. In der Zeit knapper Kassen hat Frau Hübner von der CDU jüngst vorgeschlagen, alle Anträge, die mit   hohen  Kosten verbunden sind, zurückzustellen oder abzulehnen. Nun wurde in der Aprilsitzung der Gemeindevertretung der Städtebauliche Vertrag  gemäß § 11 BauGB zur Regelung der inneren und äußeren Erschließung des Bebauungsplangebietes "Ulmenallee", Ortsteil Ahrensfelde  zwischen der Gemeinde und der  KIM Projektentwicklung Ahrensfelde GmbH  sowie  mit der Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz beschlossen. Immer wird nach den finanziellen Auswirkungen für die Gemeinde gefragt, wie auch hier. Und da steht im Beschlussantrag: Nein! Ist das eine Milchmädchenrechnung? Ja, das ist eine Milchmädchenrechnung!  Der Begriff Milchmädchenrechnung soll von der Fabel La Fontain...

Ist die Politik gegenüber Russland kurzsichtig? Das frage ich naiv zum Tag der Befreiung

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Vor genau 81. Jahren wurde Deutschland, wurden wir Deutschen, durch die Rote Armee der Sowjetunion vom Faschismus befreit. Ja befreit, wie Richard von Weizäcker betonte: " Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung. Er hat uns alle befreit von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft."   Gelegentlich baten mich Freunde, da ich als sogenannter Russlandexperte gelte, meine Sicht zu den aktuellen deutsch-russischen Beziehungen zu skizzieren. Ich habe lange überlegt, sehr lange. Erstens  ist mein Arbeitsfeld als Schriftsteller mehr die Geschichte in 300 Jahren Zarendynastie der Romanows. Das schließt natürlich die im Wesentlichen sehr fruchtbaren deutsch-russ ischen Beziehungen ein, womit ich nicht die oft kinderreichen Ehen zwischen Zaren und deutschen Prinzessinnen meine. Meine wichtigsten Bücher beschäftigen sich inhaltlich mit der Kunst in Russland zur Zarenzeit, der Kultur und den Sitten und Bräuchen von Peter I. bis Nikolaus II.  Zar Nikol...

Neues aus der Provinz - Daseinsfürsorge bei Tropenhitze - leider nicht in Ahrensfelde - aber nicht mit mir!

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Drei Meldungen veröffentlichte eine sonst mit Propaganda und selten ausgewogene Berichterstattung glänzende öffentlich-rechtliche Medienanstalt. Den Haustieren macht die Hitze infolge des Klimawandels sehr zu schaffen. Viele leiden schon bei plus 25 Grand. Nummer zwei: Die Landwirtschaft stöhnt, infolge extrem hoher Temperaturen und Trockenheit ist mit enormen Ernteausfällen zu rechnen. Die Vegetationszeiten und die Pflanzenarten müssen angepasst werden. Und die dritte Meldung: Die Zahl der Hitzetoten in Europa ist in den vergangenen zehn Jahren um sage und schreibe 99 Prozent gestiegen, hat sich also verdoppelt. Allein in dem Rekordjahr 2024 mit einer anhaltenden Hitzewelle von 44 Tagen waren es in Europa bedauerliche 62.000 Menschen, die infolge hoher Temperaturen starben.  Warum wiederhole ich diese Meldungen? Nun, auch um Ahrensfelde macht der Klimawandel keinen Bogen. Das erste warme, für manche heiße Wochenende liegt hinter uns. Und es wird  wieder heiß, sehr heiß. Ich h...

Fakten und Gedanken zum 1. Mai - heute wie früher ein Kampftag gegen Sozialabbau unf für Frieden

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Ja, es ist ein Tag der Arbeit und wenn es auch paradox kling, weil es ein Feiertag ist, mühsam in Klassenkämpfen errungen. Nun soll aber dieser Feiertag wie auch seine Errungenschaft, der Achtstundentag, nach dem Willen der CDU abgeschafft werden, weil wir mehr arbeiten müssen, um unseren Wohlstand zu erhalten. So tönt jedenfalls der BlackRock-Kanzler Merz. Hatten die SPD-Genossen nichts gegen die Flexibilität der Arbeitszeit, also die Abschaffung des Achtstundentages, so war der SPD-Spitze, die sonst alle politischen Tricks und sozialen Unanständigkeiten der Christdemokraten treu mitgemacht hat, die Streichung des 1. Mai als Feiertag nun  doch zu viel. Es wäre vielleicht auch der Gnadenschuss der einstigen Volkspartei bei den kommenden Wahlen in den Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern gewesen.  Der 1. Mai, das ist kein Nostalgiedatum der Proletarier aller Länder.  An einem damals regulären Arbeitstag, dem Samstag, 1. Mai 1886, demonstrierten Tausende von Arbeitern ...

Ein rabenschwarzer Tag für die Achtung vor den Bürgern - die Gemeindevertretung Ahrensfelde im April

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Nein, das ist nicht übertrieben, denn das war die Beratung der Gemeindevertretung im April auf jeden Fall. Und es war auch für das Ansehen des Bürgermeisters und von Gemeindevertretern keine Glanznummer. Aber zuerst das einzige Positive und zwar für mich. Den Zentner Bratkartoffeln und den Kasten Bier habe ich gewonnen, denn die Gemeindevertreter oder die sich dafür halten, haben, wie ich gewettet hatte, das Bauprojekt der evangelischen Kirche (EKBO) mit großer Mehrheit in namentlicher Abstimmung auf den Weg gebracht. Und das ist zugleich die schlechte Nachricht. Daran konnten auch die begründeten Argumente und Bedenken besorgter Bürger in der Fragestunde der Einwohner nichts ändern. Wie denn auch, denn die Mehrheit der Gemeindevertreter hörten den Bürgern, wie ich beobachten konnte, nicht einmal zu. So viel zur Achtung vor dem Souverän in unserer Gemeinde. Ich frage mich jedes Mal von neuem, für wen halten sich viele Gemeindevertreter? Also beschlossen! Und das, obwohl den Gemeindever...