Posts

Neues aus der Provinz - ein Symposium wie ein schlechter Urania-Vortrag

Bild
  Also meine Geduld und Disziplin wurde auf eine harte Probe gestellt. Ja, weil ich mit großen Erwartungen, wie viele Ahrensfelder auch, zu einem Symposium über 50 Jahre Gartendenkmäler, zu denen der Lenné-Park ohne Zweifel gehört, gekommen war. Aber zuerst das absolut Positive, eine Fotoausstellung von Jochen Wünsche, ein leidenschaftlicher Naturfotograf, der vielen auch als Vater des Schlossparks bekannt ist. Denn es sind fast genau auch 50 Jahre her, dass der diplomierte Gartenbauer den von Lenné einst entworfenen Landschaftspark mit vielen ehrenamtlichen Helfern, zu denen seit 15 Jahren auch die für Umwelt Verantwortliche in der Verwaltung tätige Frau Erbe gehört, in seine Obhut nahm.  Auch sein  Überblick über das Werden und Wachsen des Parks wäre ein guter Auftakt für ein Symposium gewesen, doch es fehlte einfach an Fachkennern der Materie. Aus Potsdam angereist war zwar die Diplom-Ingenieurin Sarah Wiesner, die in der Landesregierung für  Gartendenkmalpflege, ...

Neues aus der Provinz - Goetheviertel im Dauerlärmstress

Bild
Es geht weiter, immer weiter. Jubel, Trubel, Feuerwerk bei Grün-Weiß - was gehen uns die Anwohner an? Es vergehen kaum Tage, da ist, egal ob Ruhezeiten oder sogar Nachtruhe, auf den Grün-Weiß Sportplätzen Remmidemmi. Sonntags sind angeblich keine Trainingszeiten, aber wer bolzt da früh um acht und nach achtzehn Uhr? Und wer feiert bis fast zum Sonnenaufgang und  raubt den Anwohnern den Schlaf? Was Sportchef Lachmann versprochen, wird immer wieder gebrochen. Von dem Bestreben, wie die mit dem Verein verbundene und dennoch im Dialog versucht objektive Ortsvorsteherin Frau Karger schreibt, keine Spur: "Der Verein und seine Fußballabteilungen setzen bereits zahlreiche Maßnahmen um und sind an einem guten und respektvollen Miteinander mit den Anwohnern ausdrücklich interessiert. " Da möchte ich mit Goethes Faust sagen: "Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube." Am Wochenende sei das Ordnungsamt nicht besetzt und die Polizei für Anzeigen zuständig. Das wi...

Notizen aus der Provinz - heute aus Ahrensfelde: Immer wieder montags

Bild
Wir sind im  Krieg, als Waffenlieferant für Israel und die Ukraine, sagen Politiker und andere dass wir uns auf einen Krieg vorbereiten müssen, vor allem gegen Russland. Und jeden Montag an der Kreuzung Dorfstraße Ecke Lindenberger gibt es Menschen, ich sage ein Häuflein der Aufrechten, die sagen, wir müssen endlich aufwachen und Kriege zu verhindern. Leute, Nachbarn, die protestieren, demonstrieren mit Transparenten, selbstgeschriebenen Losungen und der blauen Fahne mit der Friedenstaube, die auch jeden Montag von der Kirchenmauer grüßt.  So oft ich kann, sind meine Frau und ich dabei. Der Platz ist gut gewählt, denn an uns vorbei fahren sehr viele Autos, es ist Feierabendverkehr. Und ihre Reaktionen sind vielfältig. Die Mehrzahl fährt ohne Reaktion vorbei. Andere machen das Siegeszeichen V, heben den Daumen, getrauen sich zu hupen als Zeichen der Solidarität und Bewunderung. Andere machen  den Scheibenwischer oder obszöne Gesten. Eine Widerspiegelung der vielfältigsten ...

Die UNESCO feiert ihn noch, den Tag der russischen Sprache am 6. Juni

Bild
Also schon mein Opa, ein weitgereister Seemann, hat gesagt, es ist immer von Vorteil, fremde Sprachen zu kennen. Meinem Vater hätte das kaum genützt, wenn er "ruki werch" verstanden hätte, also "Hände hoch"! Panzer und Artillerie sprechen eine tödliche unmissverständliche Sprache. Ich aber habe schon als fünfjähriger Berliner Junge, pfiffig wie nur die Berliner Gören sind, den Nutzen von Fremdsprachen begriffen. Bei den amerikanischen Soldaten "give me please a piece of chewing gum", denn ein Kaugummi  betäubte das Gefühl des Hungers. Und die GI's lachten über den blonden little Naziboy, der einige Brocken englisch sprach. Bei den Russen an der Feldküche, deren verführerischen Duft ich schon von Weitem wahrnahm, jammerte ich ehrlich und ein wenig theatralisch:  " Я голоден; пожалуйста, дайте мне хлеба." Das Betteln um Brot war oft erfolgreich, hatten doch die meisten Soldaten der Roten Armee selbst Kinder, von denen sie nicht einmal wussten, ...

Neues aus der Provinz - Ahrensfelde im Leerlauf?

Bild
  Gut, auch wenn der Hauptausschuss nicht tagt, wird Ahrensfelde nicht untergehen, rebelliert kein Einwohner, verwaltet die Verwaltung, was verwaltet werden muss. Und dennoch frage ich mich, warum der Hauptausschuss, das wichtigste Gremium nach der Gemeindevertretung, in sechs Monaten dreimal ausgefallen ist. Arbeitsverweigerung oder schon Amtsmüdigkeit der Vorsitzenden CDU-Politikerin Hübner? Vielleicht oder auch nicht. Der Finanzausschuss lässt auch alle Fünfe gerade sein. Und auch die Tagesordnungen der Gemeindevertretung zeigen bis auf Beschlüsse zum Siedlungsbau der evangelischen Kirche entlang der Lindenberger Straße und für die Sporthalle des künftigen Gymnasiums und für Grün-Weiß einen gewissen kommunalpolitischen Leerlauf. Es knirscht im Getriebe. Das Reservoir an großen und selbst kleinen Ideen für ein lebens- und liebenswertes Ahrensfelde scheint erschöpft.  Wenn ich unsere Gemeinde mit einem Auto vergleiche, so läuft er Motor weder rund, noch liegt ein Gang drin un...

Neues aus der Provinz - 700 Jahre Mehrow - Tradition und mehr

Bild
Im nächsten Jahr feiert das kleine Dorf Mehrow sein 700 Jubiläum der Gründung, denn am 12. Mai 1327 tauchte es zum ersten mal in den Chroniken auf. Und zwar als Ritterlehen eines Alvericus von Snettingen. Er hatte es wohl für seien militärischen Dienste unter Ludwig I. erhalten, der damals Markgraf von Brandenburg war. Um diese Zeit noch minderjährig, Ludwig war 1315 geboren, verwaltete die Markgrafschaft sein Vormund Graf Berthold VII. von Henneberg. Damals dominierte hier die Landwirtschaft, eigentlich gab es bis auf einige Zieleien kaum ein anderen Broterwerb. Viele Dörfer in Brandenburg sind unter seiner Herrschaft erstmals urkundlich erwähnt, da die Mark strukturiert und erfasst wurde. So ist es kein Wunder, dass auch unser Lindenberg in den Chroniken ebenfalls 1327  erstmals schriftlich auftauchte. Aber das nur nebenbei. Mehrow hat seinen Ortschronisten und mehr Hobbyhistoriker, die die Geschichte ihres Dorfes besser kennen und nun alle Hände und Hirne voll zu tun haben, die ...

Kein Interesse der Fraktionen mehr am Bürgerdialog - nicht mit uns

Bild
  Der Bürgerdialog, mit ehrlicher Absicht, aber auch mit soviel Getue und Scheininteresse gestartet, schien in den letzten Zügen zu liegen. Nein, noch nicht wegen ergebnisreicher Beendigung, das Lärmschutzgutachten soll erst im Juni vorliegen, sondern weil bisher nicht eine einzige Fraktion es für nötig und keinesfalls rufschädigend hielt, ernsthaft mit den Anwohnern und ihren Sprechern Kontakt aufzunehmen. Nicht nach den Stand der Dinge zu fragen, ob geholfen werden kann oder sogar die Sache in der Gemeindevertretung am Laufenden zu halten. Das Interesse ist gleich Null. Von einem Dialog ist keine Rede. An Überarbeitung kann es nicht liegen, wie die oft kurzen und inhaltsleeren Tagesordnungen belegen. Im Kontakt mit der Verwaltung und direkt mit dem für das Schallgutachten verantwortliche Ingenieurbüro Genest, haben wir Sprecher der Anwohner die vorhandenen Vorlagen und Messungen überprüft, korrigiert und Ergänzungen eingebracht, um das Gutachten so realitätsnah wie möglich für ei...