Ahrensfelde feiert den Tag seiner Befreiung, oder auch nicht?
Am 21. April 1945 haben die Truppen der Roten Armee Einzug in Ahrensfelde gehhalten. Für viele war es eine Befreiung von der Nazibarbarei, vom Zwang, in den Krieg zu ziehen und der Angst, Gedanken laut zu äußern. Andere wussten nicht, was sie nun glauben und tun sollten, denn zwölf Jahre war in ihre Köpfe gehämmert worden, dass sie auserwählt waren als eine Rasse, die über allen anderen steht und ihr größter Feind das Weltjudentum wäre und die Untermenschen der Bolschewiki im Osten. Und nun waren sie da, diese Untermenschen, die genau so aussahen wie sie selbst, nur ein bisschen verwahrloster nach den Kämpfen und fremder, nicht nur wegen der unverständlichen rauen Sprache. Und sie rauchten ein Zeug, von dem die Mücken tot zur Erde fielen, Machorka. Ja und dann verteilten sie aus ihren Feldküchen Essen, auch an die, die schnell die Hakenkreuzfahne gegen ein weißes Bettlaken getauscht hatten. Und sie hatten offensichtlich ein Herz für uns Kinder und sangen schwermütige Lieder über ...