Der Bürgerdialog geht weiter - erste Nägel mit Köpfen zwischen Grün-Weiß und Anwohner
Ja, der Bürgerdialog ist also frühlingshaft wieder aktiver. Und es ging erstens vor allem darum, dass Spiele und Training auf den drei Plätzen vom SV 1098 Grün-Weiß Ahrensfelde (GWA) so organisiert werden, wie es der B-Plan, wie es die Gesetze und nachbarschaftliche Toleranz erfordern. Nicht mehr und nicht weniger. Und dennoch ist das ein schwerer Brocken, denn es liegt nicht nur am guten Willen des größten und verdienstvollen Vereins von Ahrensfelde und den Sportchefs. Aber auch.
Wie es dann in öffentlichen diplomatischen Kommuniques heißen würde, verlief unser Gespräch in sachlicher Atmosphäre. Es zeigte sich auch, dass Kommunikation, also ein Dialog nicht nur notwendig, sondern auch dazu führen kann, Prozesse ins Rollen zu bringen. So kritisieren unsere Anwohner, dass an Sonntagen und Feiertagen auch Spiele zu den Ruhezeiten von 13 bis 15 Uhr in der besten Zeit des Mittagsschläfchens und der Teezeit stattfinden. Wenn auch die Spiele erst um drei am Nachmittag beginnen, spielen sich die Fußballer schon vorher warm. Logisch. Auf unseren Wunsch hin stellt GWA nun beim Verband den Antrag, damit begründet, dass die Plätze an ein allgemeines Wohngebiet grenzen, für die kommende Spielzeit die Spiele erst um 15.30 oder 16.00 Uhr zu beginnen, so dass die Vorbereitung erst nach der Ruhezeit möglich ist. Jetzt liegt der Ball beim Verband.
Ein zweites störendes "Element" ist der Fußweg zu den Kunstrasenplätzen, der dicht an den Häusern vorbei führt. Auch da könnte sich eine Lösung anbahnen, wenn die geplanten Container für die Jugendmannschaften aufgestellt sind und, ein zweites wenn, die Sache baulich genehmigt und finanziell gefördert wird, dass der Weg zu den Kunstrasenplätzen dann an der Seite zum Gehrenseepark erfolgen soll. Dass Lösungen nicht über Knie zu brechen sind, das begreift wohl jeder Anwohner. Aber es bestätigt sich einmal wieder, reden miteinander ist Silber und über einander ist Blech, oder beim Fußball zu bleiben, ein Ball, dem die Luft ausgegangen ist, also eine Lusche.
Nicht immer stören drittens die Sonn- und Feiertagsruhe, an denen generell kein Training stattfindet, die Kicker von GWA. Die Kunstrasenplätze ziehen Jugendliche des benachbarten Falkenhagener Wohngebietes an, die sich natürlich nicht an die GWA-Regeln halten. Die Sportfreunde Lachmann und Pruschke sind dann selbst am Wochenende Ansprechpartner, um diese Fremdnutzung und Ruhestörung zu unterbinden. Wow, das ist einmal eine Ansage. Gleichzeitig soll eine neue Zaunlösung zu den Kunstrasenplätzen die nicht gewünschte Nutzung für Vereinsfremde erschweren.
Ansonsten informierte uns der Verein, was sie bereits unternommen haben, um die Belästigung der Anwohner zu minimieren. So sind Eltern beim Training nur einmal im Jahr dabei, so dass die Anfeuerung ansonsten auf die Trainer beschränkt ist. Schon um die kostbare Laufbahn nicht zu gefährden, ist das Abbrennen von Feuerwerk auf dem gesamten Platz, einschließlich des Restaurants untersagt, wie auch das Mitbringen von Lärminstrumenten der Fans zu den Spielen.
Ein Problem bleibt vorerst, die Lichtbestrahlung einiger Häuser der Siedlung Goethestraße. Unser Vorschlag, dunkelfarbige und engmaschige Ballfangnetze aufzuziehen, wurde schon versucht. Doch die Masten waren starken Windböen nicht gewachsen. Jetzt werden kurzfristig beim nächsten Wartungstermin betroffene Anwohner mit den Spezialisten über technische Abhilfe einbezogen werden. Zusätzlich soll die Beleuchtung durch neue Steuertechnik so geregelt werden können, dass nur die genutzten Spielfelder ausgeleuchtet werden.
Für das anstehende Schallgutachten wird der Verein alle erforderlichen Informationen liefern und auch auf außergewöhnliche Ereignisse und mögliche Lärmspitzen, die nicht erfasst werden, hinweisen, um ein reales Bild der Belästigung für die Einwohner zu erreichen. Auch von der Verwaltung wurde uns eine recht detaillierte Information zu dem Stand und den Aufgaben in der Lärmschutzproblematik übermittelt und die Abstimmung und den Austausch mit den Anwohnern sowie ein weiterführender Dialog angeboten. Es tut sich was mit und durch den Bürgerdialog "Miteinander - Füreinander", den wir weiter führen werden, sachlich, kritisch und optimistisch wie immer.
Fotos: Autor, Polytan bearbeitet

