Wach auf, Gemeindevertretung, wach auf - es gibt so viel zu tun!
Nehmen wir einmal an, also nur angenommen, unser Bürgermeister tritt zurück, oder er würde abgewählt, was nicht wenige aus vollem Herzen wünschen. Das Zweite ist noch unwahrscheinlicher. Aber was wäre wenn? Was würde sich ändern in Ahrensfelde und für uns Einwohner? Richtig, nichts, absolut nichts. Denn nicht er allein bestimmt, was unser Leben hier, ob positiv und vor allem in den letzten Jahren negativ beeinflusst. Es ist unsere Gemeindevertretung, oder eigentlich unser Dorfparlament vor allem, das eigentlich das Sagen hat oder hätte. Jedenfalls laut Kommunalverfassung ist sie für alle Angelegenheiten in der Gemeinde verantwortlich. Aber warum kommen die Fraktionen dieser Verantwortung nicht oder nur schlecht nach? Das ist keine boshafte Unterstellung. Nehmen wir nur die aktuellen Zahlen der Anträge der Fraktionen zu denen der Verwaltung. Das Verhältnis 2025 beträgt Eins zu Sieben, wobei bei den Anträgen der Fraktionen Anträge zum gleichen Thema doppelt gestellt wurden. Selbst wenn der Fairness halber gesagt werden muss, dass die Tagesordnungspunkte der Verwaltung vor allem finanzielle und bautechnische Pflichtaufgaben waren, zeigt das dennoch die Ideenarmut und der mangelnde Gestaltungswillen aller Fraktionen. Wo in drei Teufels Namen bleibt diew Erfüllung ihrer Wahlversprechen?
Die Tagesordnung der Gemeindevertretung im März zeigt das ganze Drama. Nur die Wahl der Schiedspersonen, kein einziges weiteres Thema. Von Ideen, Probleme anzugehen oder Diskussionen über Grenzen des Wachstums und die Belastung der Umwelt, über Maßnahmen, die Ansiedlung moderner umweltfreundlicher, stiller Unternehmen der KI, und der Digitalisierung zu befördern etwa, keine Spur. Dabei wird immer gesagt, dass zu wenig Zeit zu Beratungen bleibt. Ist das nun Inkompetenz oder Strategie, dieser kommunalpolitischer Winterschlaf? Böse Zungen raunen: Arbeitsverweigerung!
Warum gleicht die vergangene Beratung der Gemeindevertreter der aktuellen und auch der morgigen? Ja, Ahrensfelde lebt und baut und weiter? Übrigens, ich habe nie ein Hehl daraus gemacht, dass ich die Arbeit von Herrn Gehrke achte, aber überzeugt bin, dass diese Funktion wegen seiner vielen Probleme in Ahrensfelde einen Menschen mit mehr Format bräuchte. Einen Mann oder eine Frau, die es schafft, die Einwohner zu begeistern und mitzureißen, anstehende Probleme gemeinsam zu lösen. Einen Bürgermeister, der seine Verwaltung befähigt, die Aufgaben, die die Gemeindevertretung beschließt, nicht nur kostengünstig, sondern nachhaltig und zukunftsgerecht, allein im Interesse der Einwohner unbeachtet der Wünsche von oben umzusetzen. Und einen Bürgermeister, der den Fraktionen Mut macht, aktiver das Geschehen zu gestalten und vor allem das Morgen im Auge zu haben. Wie heißt es doch? Ostern sind die Eier teurer.
Ich will nicht sagen, dass das an der Zusammensetzung der Gemeindevertretung liegt, dass auch. Denn einige sehen ihre Wahl als Chance der Selbstdarstellung, auch wenn sie in den Beratungen besser den Mund gehalten hätten. Ich weiß nicht, ob dieses Zitat Voltaire zugeschrieben wird: "Wenn Du nicht weißt, was Du sagen sollst, dann sage die Wahrheit oder nichts."
Manchmal überkommt mich der Eindruck, als hätten die Gemeindevertreter mit dem Bürgermeister an der Spitze eine Gesellschaft zur gegenseitigen Bewunderung gegründet. Es ist nun einmal so, die Wahl in die Gemeindevertretung ist kein Verdienst, sondern eine Chance, sich als Bürger für die Bürger einzusetzen, ihre Interessen und Wünsche ernst zu nehmen und alles, was ihre Lebensqualität stört, jedes Problem zu analysieren und zu beseitigen. Schnell, effektiv und auf Dauer. Und wie? Mit der Schwarmintelligenz aller Einwohner zum Beispiel und nicht so zu tun, als hätten sie allein die Weisheit mit großen Löffeln in sich hineingeschaufelt. Das nennt sich ganz lapidar Bürgerbeteiligung und die besteht eben nicht nur darin, dass ehrenamtlich das kulturelle und sportliche Geschehen von Ahrensfelde getragen wird, sondern dass sich kommunale Selbstverwaltung auf politische Teilhabe, auf die breiten und schmalen Schultern der Einwohner stützt, das ist mein Weckruf, sachlich, kritisch und optimistisch wie immer.
Fotos und Cartoon: Autor
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