Der Wall - auf der Suche nach Lösungen im Lärmschutz - Bürgerdialog 6

Eines der größten Probleme zum Schutz der Einwohner vor Lärm, ausgehend von den Sportplätzen von Grün-Weiß Ahrensfelde, sind fehlende, unzureichende und fehlplatzierte Lärmschutzwälle entlang des ganzen angrenzenden Wohngebiets. Das ist ein Kardinalproblem. Schwamm drüber, dass das schon genau vor zehn Jahren Thema in der Gemeindevertretung war. Die demokratische Mehrheit sah kein Handlungsbedarf. Die in den Haushalt eingestellten 60.000 Euro, ohnehin ein Tropfen auf den heißen Stein, vergessen. Nun haben unsere Anwohner ein Beispiel gefunden, das nicht nur drei Fliegen mit einer Klappe schlagen, sondern einen Teil des Konfliktes lösen könnte. Ein Beitrag zur Diskussion am 11.9. Auch wenn wir wissen, dass so eine Lösung nicht von heute auf morgen zu stemmen ist, aber für viele Fördertöpfe, wie Umwelt- und Klimaschutz, geeignet sein könnte.

In der Zeitschrift "Kommunalwirtshaft" wurde ein Beitrag veröffentlicht, der unserem Problem nahe kommt. Deshalb zitiere ich etwas ausführlicher daraus: "Voller Spielspaß für hunderte Nachwuchssportler und Ruhe in der Nachbarschaft – auf den ersten Blick lassen sich diese beiden Punkte nicht vereinbaren. Der TuS Blau-Weiß Lohne (Niedersachsen) zeigt in Kooperation mit dem Lärmschutzexperten Rau aus Berlin, dass das sehr wohl funktioniert und erzielt damit einen ganz besonderen Nachhaltigkeits-Hattrick.

 1. Volltreffer: Mit zwei neuen Plätzen im Heinz-Dettmer-Stadion sichert der Fußball-Regionalligist langfristig die Zukunft des sportlichen Nachwuchses in der Region. Tor Nummer 2: Gleichzeitig festigt der Verein das gute Verhältnis zu den Anwohnern in der direkten Nachbarschaft. Denn im Zuge der Neubaumaßnahmen installiert Blau-Weiß Lohne derzeit eine 200 Meter lange Lärmschutzwand, damit die Nachbarn trotz des intensiven Spiel- und Trainingsbetriebs weiterhin ungestört ihrem Alltag nachgehen können. Treffer Nummer 3 steuert die Wand selbst bei, denn sie wird mit Erde befüllt und anschließend begrünt. Damit ist sie besonders klimaschonend. 

Ein Projekt durch Kooperation mit dem Spezialanbieter Rau Lärmschutzwände Geosystem GBK GmbH mit Sitz in Berlin. Denn dieser stellte das Material für seine so genannte „Lärmschutz-Klimawand R3“ zur Verfügung und unterstützt die Mitglieder des Vereins beim Aufbau und den weiteren Schritten: Zunächst befüllt das Rau-Team die Klimawand – und zwar mit der Erde des örtlichen Bodenaushubs der Baustelle. Anschließend wird die Wand mit heimischen Kletterpflanzen begrünt. Dadurch bindet sie über viele Jahrzehnte CO₂ – so schont sie die Umwelt und leistet einen positiven Beitrag fürs Klima."

Bis zwölf Meter. Na, ja, uns würden vielleicht an der richtigen Stelle sechs Meter reichen. Es ist nicht nur die umweltfreundlichste, und wenn man dem Hersteller glauben kann, auch die preiswerteste Klima-Lärmschutzwand auf dem Markt. Sie löst nicht nur das Problem Lärm, ist zugleich bienenfreundlich und Nistplatz für viele Vögel. Ja, das Gute liegt so nah. Hinzu kommt, dass die Gemeinde, Grün-Weiß und die Anwohner hier ihren Anteil an Leistungen einbringen und Kosten minimieren können. Ich bin sicher, dass dafür auch Fördermittel gewährt werden.
Ich habe schon gebetsmühlenartig betont, was leider auf taube Ohren in unserer Gemeinde und vor allem bei den Abgeordneten stößt. Nutzen Sie doch endlich die Möglichkeiten der direkten Demokratie, bilden Sie Bürgerräte zu bestimmten Themen, veranstalten Sie Workshops, denn in unserer Einwohnerschaft ist tausendmal mehr Erfahrung und Wissen vorhanden, als in der Verwaltung oder Gemeindevertretung. Das ist doch logisch, ohne die Arbeit der einen oder anderen nicht zu schätzen. Darauf zu verzichten ist nicht nur kurzsichtig, verschwenderisch, ja nicht gerade klug. 

Also was will ich mit diesem Beitrag sagen? Wir nehmen den Grundsatz "Miteinander - Füreinander" ernst und warten nicht darauf, dass uns fertige Lösungen von wem auch immer serviert werden. Unsere Bürgerbewegung sucht intelligente und machbare Lösungen als selbstbewusster Partner von Rathaus und Gemeindevertretung auf Augenhöhe. Und wir erwarten von den Sportlern von Grün-Weiß endlich Verständnis und Fairness in der Nachbarschaft mit uns  Anwohnern, die mit Steuern den Verein gern großzügig fördern und den Ausbau zum Sportplatz der Zukunft ohne Wenn und Aber erst ermöglichten. Das wurde uns übrigens bei der Übergabe der fast halben Million Fördermittel durch Ministerin Ernst von allen Anwesenden, ob Bürgermeister Gehrke oder Vereinsvorsitzenden Lachmann versprochen. Lassen wir es endlich ernst werden, Füreinander - Miteinander! 

Und ich bin sicher, diese intelligente und ökologische Lärmschutzwand wird nicht der letzte diskutable Vorschlag sein, sachlich, kritisch und optimistisch wie immer. 

Foto: Autor, Zeichnung  RAU Lärmschutzwände - Geosystem GBK GmbH


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