Wohnraumbedarf in Ahrensfelde - ja wer sagt und wer glaubt denn das?
Ahrensfelde ist in weiten Teilen gesichts- und charakterlos geworden, zersiedelt und zugebaut. Und dennoch tönt Bürgermeister Gehrke und sein Echo in der Gemeindevertretung, dass wir Zuzug brauchen. Nun, eine Behauptung wird nicht richtiger, wenn sie immer und immer wiederholt wird. Wir erleben es ja in der großen Politik und den gleich tönenenden "Qualitätsmedien" seit einigen Jahren, dass gebetsmühlenartig immer wieder in die Hirne eingehämmert wird: Der Russe steht vor der Tür und wir erleben den letzten Friedensommer. Beweise, natürlich keine, nur um das größte Rüstungsprogramm der Republik auf Kosten der Sozialausgaben durchzusetzen. Das macht Schule, bis ins kleinste Dorf und diese Masche ist seit langem Methode, da wo Argumente fehlen und Denken verhindert werden soll.
Die Verwaltung von Ahrensfelde und damit ihr Chef
Bürgermeister Gehrke wurden durch die Nichtregierungsorganisation "Frag
den Staat"*, gefragt, auf welchen Datengrundlage immer für noch mehr hohen
Wohnraumbedarf und damit Zuzug in Ahrensfelde politisch geworben wird. Die
Antwort ist nicht überraschend: Es gibt keine
Datenerhebung, die nachweislich belegt, dass in der Gemeinde Ahrensfelde eine
(hohe) Nachfrage nach Wohnraum besteht!
Ja, es gibt auch keinen Wohnraumbedarf. Ich habe es gewusst, die Bürger für Ahrensfelde (BfA) haben es gewusst und die Mitglieder der Gemeindevertretung auch, die dennoch jeden Siedlungsbau auf den Weg bringen und sei er noch so umweltschädlich, zerstörend und belastend für die dörfliche Infrastruktur und eigentlich nur profitorientiert. Wie wird man als Gemeindevertreter, egal welcher Coleur, zu Türöffnern für Bodenspekulanten? Ja, das fragen Sie einmal ihre Gemeindevertreter, die Sie gewählt haben.
Was das für die Ökosysteme bedeutet ist katastrophal. Sie sind nicht nur Natur, die schön und einfach da ist. Sie sind für uns Menschen auch Grundlage unseres Lebens und Wirtschaftens: sie bieten Nahrung, sauberes Wasser, sind Lebensraum und Einkommensquelle, spenden Erholung und das Gefühl von Heimat. Sie bestimmen also unser Wohlergehen. Nicht zu vergessen, sie regulieren den Wasserhaushalt und die Wasserqualität, beeinflussen die Luftqualität und das lokale Klima, schützen vor Bodenverlusten oder bauen Schadstoffe ab. Alles Leistungen, die scheinbar unerschöpflich und gratis für uns alle nutzbar. Deshalb werden sie auch von unseren Gemeindevertretern häufig vernachlässigt. Das ist kurzsichtig und alles andere als intelligent.
Ja, es gibt auch Gründe, im Zuzug etwas Sinnvolles zu suchen. Unsere Bevölkerung in Brandenburg nimmt allen wissenschaftlichen Berechnungen nach ab, auch in Ahrensfelde und sie wird durchschnittlich immer älter. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Wir erleben es schon im Kleinen. Registrierte unser Standesamt in den zurückliegenden Jahren so um die hundert Geburten, so waren es 2024 ungefähr ein Drittel weniger. Das Wäldchen unser Geburtsbäume wächst langsamer. Also fehlen die Mädchen und Jungen, um unsere KITA ausreichend mit Nachwuchs zu versorgen. Ähnlich, wenn nicht ganz so dramatisch könnte es mit der Grundschule aussehen, doch ganz bestimmt mit dem Gymnasium, dass schon zu seiner geplanten Eröffnung 2030 Mühe haben wird, die Klassen voll zu bekommen. So die offizielle Statistik. Deshalb auf Teufel komm raus die Bauplanungen.
Das geplante und von der Gemeindevertretung schon wohlwollend verabschiedete Winterdorf an der Birkholzer Allee - Musterbeispiel für dörflichen Charakter einer Satellitensiedlung?Wussten das die Gemeindevertreter Formazin, Hübner und Stock, die sich so vehement für das Gymnasium einsetzten für den Preis einer weiteren Siedlung und Zersiedlung? Natürlich, denn sie sind gebildet und lebenserfahren. Ihr Motiv steht in den Sternen. Ja Zuzug muss also her und besonders junge Familien sollen es sein. Auch hier beginnt wieder ein durch nichts begründetes Wunschdenken. Junge Familien können sich bei den Boden- und Hauspreisen nur in den allerwenigsten Fällen ein familienfreundliches Häuschen im Grünen leisten. Bei Bonava, das in fantasievollen Obstwiesen zu wohnen wirbt, kostet eine Doppelhaushälfte laut Angebot - 4 Zimmer, 107 m² Wohnfläche und 283 m² Grundstück - nur läppische 509.900 Euro, also mehr als eine halbe Million €.
Bei anderen geplanten Bauprojekten werden Kaltmieten unter 20 Euro von vornherein ausgeschlossen. So sieht heute sozialer Wohnungsbau im Speckgürtel von Berlin aus.
Die Ortsentwickler in der Verwaltung, die stets behaupteten, es genau zu wissen, sind angesichts dieser Frage der Fraktion Bürger für Ahrensfelde klein laut geworden. Angesichts dieser Fakten sind viele Langzeit-Gemeindevertreter Opfer ihrer Besserwisserei geworden. Und es wäre wünschenswert, dass sie endlich zur Kenntnis nehmen, dass immer mehr Ahrensfelder sagen: Genug ist genug.
Es ist nun einmal meine Art, genau hinzusehen und hinzuhören und da ist die Gemeindevertretung mit dem Bürgermeister ein weites Feld für fundiertes Widerlegen von unbewiesenen Behauptungen und Fakes, die unter den Ahrensfeldern zu verbreiten, unwürdig und unanständig sind. Was natürlich nicht heißt, dass sie weiter ihre Blüten treiben, wovon ich überzeugt bin und die ich weiter versucht bin, zu widerlegen, sachlich, kritisch und optimistisch wie immer.
Fotos: Autor (3), Plan Gemeinde Ahrensfelde, HBC-Cartoon
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