Das Kreuz auf der Frauenkirche in Dresden soll versöhnen - ich kann es nicht
Wieder ist es der 13. Februar, ein Tag, an dem ich froh sein müsste und es nicht sein kann. Es ist der Tag, als ich zum zweiten Mal geboren wurde. Wir waren in Berlin ausgebombt, wie es damals hieß. Unser Haus in der Stargarder Straße wurde von einer Luftmine britischer Bomber zerfetzt. Nicht um Soldaten zu töten oder gar Hitler, die Soldaten waren an der Front, Hitler im sicheren Bunker. Nein, Churchill wollte Frauen und Kinder töten. In unserem Keller, der notdürftig als Luftschutzraum eingerichtet war, überlebten die meisten Bewohner, ehe wir nach drei Tagen, wie ich später erfuhr, durch KZ-Häftlinge ausgegraben wurden. Ich mit ein paar Schrammen und nassen Hosen. Und ich fragte: Warum schmeißen sie Bomben auf mich,, was habe ich ihnen getan?
Nur ein einziges Bild wurde damals mit mir aus den Trümmern gegraben
Als Bombenopfer wurden wir und viele Berliner Frauen und Kinder Anfang Februar mit einem Zug ins scheinbar sichere Dresden evakuiert. Am 13. Februar 1945 kamen wir gegen sieben Uhr abends auf dem Hauptbahnhof der Lazarettstadt an. Hunderttausende Flüchtlinge aus dem Osten verstopften die Stadt. Noch waren Rot-Kreuz-Schwestern damit beschäftigt, Tee auszuteilen und uns Adressen für Unterkünfte zu geben, als die Sirenen losheulten. Ich kannte dieses Geräusch aus Berlin und die Angst kroch mir über den Rücken: Fliegeralarm.
Mein Buch, eher eine Dokumentation in Episoden für junge Leute, wie es im Krieg und danach wirklich gewesen ist
Und wieder galten die Bomben uns, den Frauen und Kindern. Der Mörder Churchill, der als großer Kriegsheld gegen Nazideutschland gefeiert wird, war ein Verbrecher. Das ist eine Verdrehung der Geschichte? Wie anders kann dann sein zynisches Zitat gewertet werden? „Ich möchte keine Vorschläge haben, wie wir kriegswichtige Ziele im Umland von Dresden zerstören können, ich möchte Vorschläge haben, wie wir 600.000 Flüchtlinge aus Breslau in Dresden braten können.“
Zwei Tage hausten wir in dem Bunker, in dem es vom Staub stickig wurde und heiß, weil draußen das prachtvolle Elbflorenz, das Canaletto so beeindruckend gemalt hatte, verglühte und mit ihm hunderttausende Menschen. Ich habe überlebt, auch als uns am 15. und 16. Februar amerikanische Tiefflieger auf den Elbwiesen, wohin sich unsere kleine Familie mit tausenden wehrlosen Flüchtlingen in der Februarkälte aus dem Hölleninferno gerettet hatte, mit ihren Maschinengewehren beschossen.
Nicht die von einem deutschen Politiker im höchsten Amt heruntergelogenen 25.000 Toten waren zu beklagen. Nein, 1945 bezifferte das Internationale Rote Kreuz die Zahl der Opfer auf mindestens 300.000 Opfer einer Nacht, wenn nicht eine halbe Million. Mehr Tote des anglo-amerikanischen Bombardements, als in Hiroshima und Nagasaki zusammen durch US-amerikanischen Atombomben.
Das ist auf den Tag 81 Jahre her und dennoch, wenn ich heute eine Feuerwehrsirene höre, bekomme ich eine Gänsehaut.
Und mir wird speiübel, wenn ich die Politiker wie Pistorius höre, die uns wieder kriegstüchtig machen wollen und für Milliarden Waffen in einen Krieg in der Ukraine schicken, statt alles zu unternehmen, dass die Waffen schweigen. Mein Vater ist übrigens im Krieg gegen Russland geblieben, was mein Hass auf diese neuen Kriegstrommler ob in Brüssel oder im Bundestag doppelt entfacht.
.jpg)
(Die Namen aus FDP, von CDU und Grünen musste ich auf Anraten streichen, um nicht in Verfahren verwickelt zu werden, obwohl sie jeder kennt. Der neue Paragraf 188 StGB stellt den Straftatbestand die Beleidigung von Politikern unter Strafe. Also wieder Majestätsbeleidigung. Spitzenreiter der beleidigten Politiker ist Friedrich Merz mit 4.999 Strafanträgen vor FDP-Frau Marie-Agnes Strack-Zimmermann mit 1.900 Strafanträgen. Es folgen Robert Habeck und Annalena Baerbock. Soviel zur Meinungsfreiheit!
Der Sozi-Vizekanzler ist zwar jung und offensichtlich kennt er nicht einmal die Geschichte der SPD. Oder er verdrängt sie vor Machtgier, so den historischen Kniefall von Friedensnobelpreisträger Willy Brandt am 7. Dezember 1970 in Warschau vor dem Mahnmal des Warschauer Gettos.
Der unterzeichnete auch den Moskauer Vertrag, in dem sich Die Bundesrepublik Deutschland und die Sowjetunion verpflichteten, den internationalen Frieden aufrecht zu erhalten und den Entspannungsprozess zu fördern. Wer hat diese SPD-Clique bloß gewählt? Kein Wunder dass es mit der einstigen Arbeiterpartei den Bach runter geht, denn die SPD-Führung im Schlepptau der CDU ist lange nicht sozial und demokratisch auch nicht! Denn die Arbeiter wollen kein Krieg. An den Waffen verdienen die Reichen und nur die Armen liefern die Leichen.
Offiziell ein Zeichen der Versöhnung, das sieben Meter hohe goldene Kreuz oben auf der wieder aufgebauten Dresdner Frauenkirche, von Briten gespendet.
Ich aber empfinde es als persönliche Verhöhnung der abertausend toten Kinder von Dresden, dass der Sohn eines Bomberpiloten, der auch auf mich Sprengbomben abgeworfen hat, dieses Kreuz schmieden durfte. Und jedes Mal, wenn das Kreuz auf der Frauenkirche in der Sonne blinkt, sehe ich wieder Phosphorbomben und Churchills Feuerhölle von Dresden.

So wurde mir wohl der Pazifismus ins Blut gebombt. Und ich habe es schon einmal geschrieben und kann es nur immer wieder betonen für alle ideologisch Hirnerkrankten. Nicht der Klimawandel ist aktuell die größte Gefahr für die Menschheit Das ist von den deutschen Rüstungskonzernen und Energieriesen, den von ihnen ausgesuchten Politikern und ihrer Presse für uns Idioten ein Ablenkungsmanöver. Denn was schert uns noch das Klima, wenn die Welt in einem Atominferno verglüht. Und wir waren diesem Ende noch nie so nah wie heute. Und in Russland und Amerika sitzen jeden Tag Offiziere an dem berühmten roten Knopf und spekulieren, wann sie als Erstschlag oder Antwort drücken dürfen. Und ich hoffe, sie alle sind geistig gesund, nicht bekifft oder betrunken.
Merz und Co. lassen rüsten, was das Zeug hält, egal ob unsere Sozialkassen leer werden. Wir können uns den Sozialstaat so nicht mehr leisten, tönte er, aber Milliarden Rüstungswahnsinn bei uns und für Waffen in Kriege in der Ukraine und in Gaza. Juchu! Und dennoch, obwohl unsere CDU/SPD- Regierung mit der Macht im Gleichschritt marschiertender treuer Medien seit Jahren für Kriegswirtschaft und Kriegsbereitschaft trommeln, sieht nach einer Umfrage der Illustrierten "Stern" die Hälfte der Befragten in Russland keine kriegerische Bedrohung oder die Gefahr eines bevorstehenden Angriffs durch Russland. Das lässt doch hoffen, noch lebt Verstand!
.jpg)
Wir stehen noch immer montags an der Kreuzung Dorfstraße/Lindenberger für Frieden und Vernunft und die Vorbeifahrenden heben den Daumen. (Ich aus gesundheitlichen Gründen leider im Moment nicht.) Das kann doch nicht alles gewesen sein? Wie kann man heute so unpatriotisch und Pazifist sein, höre ich den Vorwurf und es klingt wie ein Schimpfwort. Nein, Leute, heute ist es Pflicht für jeden von uns, für jeden wirklichen Patrioten, normal denkenden Menschen, Mutter und Vater von Kindern ein Friedensstreiter, also Pazifist zu sein. Auch bei uns. Das ist allemal wichtiger, als für eine Ortsumgehung zu demonstrieren, sage ich sachlich, kritisch und optimistisch wie immer.
Fotos: privat, Cartoon Autor, Archiv Hartmut Moreike, NBI

