Neues aus der Provinz - ahnungslos, aber entscheidungsfreudig - diesmal aus Eiche
Die Rechenzentren benötigen nicht nur kontinuierlich Strom in Mengen, auch Wasser zur Kühlung, denn die Temperatur für tausende Computer muss immer konstant bleiben, sonst droht ein Black out. Dafür müssen Aggregate sofort anspringen, wenn Stromschwankungen auftreten und die fressen Diesel oder dreckiges Fracking Öl. Und um die Datenströme zu transportieren, werden Leitungsnetze gebraucht, Landflächen beansprucht. Der extrem hohe Energieverbrauch macht sie zum Spekulationsobjekt und bedroht die wirtschaftliche und finanzielle Stabilität. Das ist keine Schwarzmalerei, sondern Analyse von US-Wirtschaftswissenschaftlern und Börsenfachleuten.
Deshalb wächst auch in Europa der Widerstand gegen
Datencenter. In Spanien, bisher vor allem in Aragonien, mit Kampagnen wegen des
dort ohnehin schon extrem knappen Wassers in der ausgetrockneten Region. Die
Stadt Amsterdam hat sogar einen Stopp für alle neuen Rechenzentren beschlossen.
Diese Initiative "Save the Wieringermeer" wird von Landwirten
getragen: Zum Schutz der Landwirtschaft und der regionalen Lebensgrundlagen
soll ein Center von Microsoft verhindert werden.
In
Marseille setzt sich "La Quadrature du Net" dafür ein, dass die Stadt
keine Gebäude und Grundflächen für Daten-Center freigibt, stattdessen die
Energie für den öffentlichen Verkehr und grüne Infrastruktur einsetzt. Und
schließlich ein letztes Beispiel: In Irland, wo die US-Digitalkonzerne schon
ihre Europa-Zentralen betreiben kämpften Bürgerinitiativen gegen weitere
Daten-Center rund um die Hauptstadt Dublin, weil das bisherige Leitungsnetz
sowieso schon überlastet ist.
Und im Deutschland des BlackRock-Managers, der zum Kanzler wurde, Fehlanzeige. Genau wie bei uns in Ahrensfelde, weil die Investoren das Blaue vom Himmel wie auch zahllose neue Arbeitsplätze versprochen haben, was nirgendwo passiert ist. Es ist nur leider wieder ein Zeichen, wie leichtfertig und desinformiert, um nicht zu sagen verantwortungsfrei unsere Gemeindevertretung Entscheidungen trifft und so zum Spielball von ausschließlich profitinteressierten Unternehmen wird, ohne die Konsequenzen zu bedenken. Ein Bärendienst für uns Einwohner. Damit werde ich mich auch weiter nicht abfinden, sachlich, kritisch und optimistisch wie immer.
Fotos: Autor, Zeitgeschehen, IMAGO/ James

