Nicht alles, was hell ist, ist eine Erleuchtung - Bürgerdialog 17

Seit Jahren gibt es Klagen der Anwohner über die Beleuchtung der Kunstrasenplätze von Grün-Weiß Ahrensfelde (GWA). Und ebenso lange wird eine Beeinträchtigung, also Lichtverschmutzung bestritten oder wurde ein unzulänglicher Blendschutz angebracht. Ja, auch das ist ein wichtiges Thema des Bürgerdialogs, auch wenn der Lärmschutz im Vordergrund steht. Dass  Handlungsbedarf besteht, wird vor allem vom Vereinsvorsitzenden von GWA, Lachmann, assistiert von Herrn Schwarz, der für die Baupläne der Erweiterung des Sportplatzes der Zukunft seitens der Verwaltung verantwortlich ist, bestritten. Doch niemand machte sich die Mühe, einmal zu abendlicher Stunde den blendenden Tatsachen ins Auge zu sehen. 

Das ist immer das gleiche Spiel mit uns Anwohners. Da werden bewusst falsche Angaben über Trainingszeiten und Lärmbelästigung gemacht oder das Leuchten des Flutlichts bis in die Wohn- und Schlafzimmer abgestritten, weil es um das "Hätschelkind" Grün-Weiß Ahrensfelde geht.

Das ist eine Aufnahme von etwa 18.00 Uhr Winterzeit, also schon bei absoluter Dunkelheit. Die Fenster liegen zu den Kunstrasenplätzen

Das wirft eine Frage auf, die mich schon länger bewegt. Welchen Einfluss haben die Sportvereine auf das Geschehen und die Beschlüsse in unserer Gemeinde? Immerhin sind die drei großen Vereine und ihre Lobby recht stark in den Gremien vertreten. Aber das ist ein anderes Thema. 

Dass schon Anwohner einzig wegen Lärm und Licht weggezogen sind, andere versucht haben, mit teuren Schallschutzfenstern und Rollos wenigstens die Belästigungen zu mindern, ficht weder die Verwaltung und erst recht den Verein nicht an. Und die Gemeindevertreter sind, um im Bild zu bleiben, gegenüber den Beschwerden der Bürger in der Einwohnerfragestunde blind. Jedenfalls haben wir in unserem Dialog, der klare Forderungen enthält, ihnen die Binde von den Augen genommen. Und zu unseren Forderungen gehört also auch, Schluss mit der Bestrahlung unserer Häuser und Wohnungen. Fairplay und Respekt, die Grundregeln im Sport, sollten auch im Umgang mit uns Anwohnern gelten.

Das Foto ist der unwiderlegbare Beweis, wie das Flutlicht der Sportplätze trotz versuchter Abblendung die Häuser der Anlieger in diesen Tagen abends bestrahlen (Aufnahme 18.13 Uhr)

Diese Ignoranz von berechtigten Bürgerbeschwerden ist nicht nur Methode, sondern um im Sportlichen zu bleiben, auch ein Eigentor. Ein Kurzschluss. Denn damit sinkt das Vertrauen in Verwaltung und gewählte Gremien, damit verlieren wir zugleich Bürger, sich ehrenamtlich für die Gemeinde einzusetzen. Und Bürgerbeteiligung, auch wenn es viele Verantwortliche im Rathaus und auf den Stühlen der Gemeindevertretung immer noch anders sehen, ist keine Gefahr, sondern eine große Chance für Ahrensfelde und seine Entwicklung zu einer Wohlfühlgemeinde.

Ja, der Sportplatz war zuerst da, wird als recht dummes Argument immer wieder angeführt. Na und? Das entbindet den Verein erstens nicht, Gesetze einzuhalten. Und nach dem Sportplatz haben zweitens leider die Gemeindevertretungen, oft auf Vorlage der Verwaltung,  bis heute unverantwortlich nah zu bauen gestattet, sowohl Häuser als nun auch Kunstrasenplätze. Das ist leider heute nicht mehr zu ändern. Aber wie sagen die alten Lateiner: Corrige Praeteritum - Verbessere die Vergangenheit! Das heißt auch, die Sache mit der Lichtbelästigung nicht nur nicht aus den Augen zu verlieren, sondern zu lösen. Dazu brauchen wir kein Lichtgutachten, sondern guten Willen und Mut zur Entscheidung.

Also was geändert werden muss, ja muss, ist der fehlende Respekt und Anerkennung von gesetzlichen Rechten der Anwohner. Ortsentwicklung, ob im Kleinen oder im Großen, darf nie auf Kosten der Lebensqualität ja nicht einmal eines einzigen Bürger geschehen. Denn die Zukunft von Ahrensfelde, liebe Freunde, geehrte Gemeindevertreter und werter Bürgermeister, wird nicht durch große Worte, sondern tagtäglich durch die Sorge um jeden einzelnen Menschen der Gemeinde gestaltet. Und dazu gehört auch endlich, dass die Flutlichter lediglich die Spielflächen und zwar nur zur Spiel- und Trainingszeit beleuchten und nicht die Privatsphäre der Anwohner. Dem schließ ich mich leicht genervt an, sachlich, kritisch und optimistisch wie immer.

Fotos: Autor (1), Becker (2)

Beliebte Posts aus diesem Blog

Wer fragt, der lernt, oder es ist Hopfen und Malz verloren (Achtung Satire)

Nur Ungereimtheiten um den geplanten Anbau für den SV 1908 "Grün-Weiß Ahrensfelde?

Neues aus der Provinz -was sonst noch passiert - diesmal in Lindenberg