Ein Freund, der nicht nur Farbe ins Rathaus bringt - Manfred Zemsch
Und der Grund ist, weil es wunderbare Kunst zu sehen gibt. Bilder von meinem Freund Manfred Zemsch und seinen "Malweibern", die die Rathausgänge in zwei Etagen verschönen. Seit 17 Jahren vermittelt er ihnen in Malkursen die Geheimnisse und Techniken von Farben und Formen, von Sehen und Gestalten, vom goldenen Schnitt und von Perspektiven.
Ein Mann, dem seine fast 90 Jahre Falten ins Gesicht geschnitten haben, wenn auch die Augen dem Alter Lügen strafen, die interessiert in die Welt schauen, in eine Welt, die auf seinen Bildern mit eigener Handschrift und mit kräftigen Farben in Acryl voller Leidenschaft widergespiegelt wird. Eine Welt, die er sich in seinem moosgrünen englischen Sportwagen noch immer voller Neugier erschließt.
Zemsch, ein Name, den zwar die Spatzen nicht von den Dächern zwitschern, der aber im Barnim und darüber hinaus als Künstler einen Ruf hat und dessen Bilder in so mancher Wohnung hängen, in Büros und auch in der Staatskanzlei in Potsdam. Das allein spricht für Manfred Zemsch und seine Landschaften, die er im Kopf nach Hause trägt, um sie dann im Keller seines Hauses wieder sehr oft mit sparsamer Farbenpalette und energischem Pinselstrich entstehen lässt. Seine Bilder sind unverkennbar Zemsch, eine künstlerische Handschrift, die unverwechselbar ist. Und das macht seine Gemälde so besonders.
Wenn er auch der Meister ist, so bin ich als absoluter Autodidakt und Freizeitkünstler ein Lehrling und dennoch froh und ein wenig stolz, wenn Zemsch zu meiner Vernissage kommt. Wenn er kritisch meine Bilder betrachtet und trocken und freundschaftlich in seiner eigenen Art sagt: "Hartmut, du wirst immer besser, sie gefallen mir, deine Art zu sehen und zu malen." Herz, was willst du mehr.
Sein Souterrain ist halb Atelier, halb Magazin für die vielen Bilder und auch Werkstatt für die Rahmen, die zum Bild passen müssen, dass sie aus dem Rahmen fallen sollen direkt ins Auge des Betrachters. In den Jahrzehnten sind es hunderte geworden und er hört nicht auf zu malen und zu experimentieren, weil er malen muss, weil es aus ihm herausbricht, weil es sein Leben ist. Um Jean Paul zu zitieren, ist für Manfred Zemsch seine Kunst zwar nicht das Brot, wohl aber der Wein des Lebens. Und mit seinen Bildern will Zemsch, der so jung Gebliebene, Farbe und Freude bringen, will Gefühle für das Schöne erwecken, das uns umgibt, die Landschaften, die Tiere und Pflanzen in ihrer Vielfalt. Und so sind seine "Bilderwelten" eine magische Brücke zwischen Mensch und Natur.
Die Bilder von Zemsch verschönern nun unser Rathaus, ja, nicht nur für Besucher und Ratsuchende, sondern auch für die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung. Und das ist doch schon allerhand. Es
war mir versagt, ihn und seine Bilder mit einer Laudatio zur Ausstellung bei
uns im Rathaus zu lobpreisen und deshalb musste ich diesen Beitrag im Blog
schreiben, für den Freund und großen Barnimer Künstler Manfred Zemsch, natürlich sachlich, kritisch und optimistisch wie
immer.
Fotos: Autor, A.M., Archiv, Zemsch
P.S. Übrigens läuft gerade noch bis August eine große Werkausstellung von Manfred Zemsch im Barnim Panorama in Wandlitz.
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