Wann beantragt Ahrensfelde das Stadtrecht oder die Hochzeit mit Berlin?
Gut, aber dieses Modell setzt voraus, dass dafür die Infrastruktur ausreicht und hier die Umwelt noch sauber und intakt ist. Und da irrt sich die PC-Intelligenz. Durch die Besiedelung, die längst noch nicht abgeschlossen ist, steigt die private Mobilität, denn zukunftsgerechte und anspruchsvolle Arbeitsplätze sind rar. Also auf nach Berlin, dem versucht wurde, zu entfliehen. Über Theater und Konzerte brauchen wir nicht reden, Freizeitstätten für Jugendliche und erst recht für Erwachsene sind Fehlanzeige. Die medizinischer Versorgung ist im Vergleich zu Berlin ein Desaster und die Preise für Immobilien sind kaum von Normalverdienern und schon gar nicht von jungen Familien zu stemmen. Und dennoch wird gebaut und damit zerstören wir, also dank unserer Gemeindevertretung das letzte bisschen Dorf, ländlichen Charakter und dörfliche Tradition in unseren Ortsteilen. Na das ist doch was, oder?
Eine angenommene Eingliederung in die Hauptstadt erinnert mich, ich weiß nicht warum, an das Gemälde von Wassili Pukirew "Die ungleiche Ehe", dass er 1862 malte. Auf dem ein alter vertrottelter, offensichtlich reicher Mann eine blutjunge Braut aus sehr armen Verhältnissen ehelicht. Nun vorerst ist ja von einem Bund fürs Leben mit der Hauptstadt und seine Politikerschwemme keine Rede. Aber warum schwafelt Bürgermeister Gehrke immer vom Wohnraumbedarf für Ahrensfelder und vor allem vom Zuzugsdruck aus Berlin? Will er etwa seinen Parteifreunden der CDU, die seit Jahrzehnten eine desaströse Wohnungspolitik mit Schiebereien und Korruption betrieben und heute Sozialwohnungen abbauen, aber Luxusquartiere errichten lassen, hilfreich unter die Arme greifen? Und wenn ja, warum?
Es liegt doch auf der Hand, mit Jedem, der hier her zieht, verschlechtert sich die Umweltbilanz für alle Ahrensfelder, wird Ackerland vernichtet, müssen Bäume sterben, werden Habitate von geschützten Pflanzen und Tieren vernichtet, also diese Umwelt, die ja ein Hauptgrund für die Überlegung war, nach Ahrensfelde zu ziehen. Wer den Schritt wagt, beraubt sich selbst der Gründe, die für seinen Umzug entscheidend waren. Ist das nicht verrückt? Nein, es ist folgerichtig. Und was gewänne Ahrensfelde, wenn es von Berlin verschluckt wird? Na Flair unserer Hauptstadt: Schulden, Dreck, Kriminalität, Drogen- und Migrationsprobleme, Bandenclans, extreme Linke Terroristen, die schon einmal ganze Bezirke durch Anschläge auf Tage im Dunkeln sitzen lassen sowie noch Wohnungsnot.
Ja, was kann der Teufel alles anrichten, wenn Gott schläft. Also hoffen wir, dass Ahrensfelde nicht nur bleibt wie es ist, die erste Gemeinde vor Berlin, fünf Dörfer in der Barnimer Provinz im Land Brandenburg, sondern in der Zukunft mit einer klugen Politik der Gemeindevertretung vitaler, bürgerfreundlicher, lebens- und liebenswerter wird. Das wünsche bestimmt nicht nur ich mir, sachlich, kritisch und optimistisch wie immer.
Fotos: Autor, Archiv Hartmut Moreike, Zeitgeschehen
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