Drei Jahre "Moreikes Ahrensfelde" - eine ganz persönlicher Sicht

Na ja, ein kleines Jubiläum: 420 Posts und 67.501 Leser. Es gibt die unterschiedlichsten und auch konträren Meinungen zu meinem Blog. Begeisterte und entgeisterte Leser oder User. Und das ist gut so und beabsichtigt. Ich will einerseits für einen breiten Leserkreis in der Gemeinde berichten, die weder Zeit noch Lust haben, die Beratungen der Gemeindevertretung und ihrer Ausschüsse zu besuchen, was sich so bei uns tut. Ich empfinde das Vertrauen vieler Bürger als ein Privileg. Dass ich das aus ganz persönlicher Sicht mache, ergibt sich schon aus dem Titel des Blogs. Neben der reinen Information schaue ich auch hinter Zahlen und Beschlüsse, stelle Fragen, äußere Zweifel und erlaube mir, dank meines Alters, meiner Bildung und meiner Erfahrungen Kritiken und Vorschläge. Und all das im Rahmen der Meinungs- Presse und Informationsfreiheit. Ich frage was ist und ich sage was ist. 

Ja, ich schreibe mit spitzer Feder, wenn Bürgern Informationen vorenthalten werden, wenn intransparent Beschlüsse getroffen werden, für die wir zur Kasse gebeten werden; wenn einzelne Menschen oder Gruppen sich zu Unrecht behandelt fühlen; wenn lax mit der Kommunalverfassung umgegangen wird; wenn oben im Rathaus vergessen wird, dass sie Angestellte und Diener der Einwohner sind; wenn geduldet wird, dass der erklärte und bekundete Mehrheitswille von Anwohnern oder Bürgern ignoriert wird und letztlich, wenn die Bürgerbeteiligung unterdrückt, statt gefördert wird. Und ich bekomme viel Gegenwind, aber wer sich in die Öffentlichkeit stellt, muss ein dickes Fell und gesunden Humor haben. 


Ja, manchmal muss ich bei so viel Widerstand in der Gemeindevertretung und im Rathaus schon sinnbildlich eine Rüstung anlegen

Ein weiteres Motiv ist, meine Sicht der Dinge über unsere kleine Gemeinschaft hinaus zu schreiben, über mich bewegende politische Ereignisse und Daten von internationaler Bedeutung, die oft sehr wohl das Leben in unserer Gemeinde tangieren, ja indirekt jeden  Einwohner betreffen. Nehmen wir nur die Frage von Krieg und Frieden, den  Klimawandel, Bildung und Gesundheit oder die Entwicklung der Demokratie.

Unsere Gemeinde ist nicht nur ein Spiegelbild des Landes im Kleinen, sondern sie ist wie alle anderen zusammen, die Keimzelle eines Staates, Abbild der Reife seiner Demokratie. Nun ist es nicht gerade ein Ruhmesblatt für uns, dass ausgerechnet die Vereinigten Staaten von Amerika uns Demokratiedefizite vor allem in der Meinungs- und Demonstrationsfreiheit vorwerfen.

Beides im Grundgesetz geschützt, aber das Papier ist geduldig und die Politik hat da eine Doppelmoral. Sie kritisiert andere, wirft munter Steine auf Russland und China, Iran und Ungarn und sitzt selbst im Glashaus. Das nennt sich wertebasierend und wie es im Grundgesetz heißt als "gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen." 

Ein Thema treibt mich besonders um. Die Vernichtung von Ackerland in der Gemeinde zugunsten von Siedlungsbau, der nicht nur die Klimabilanz verschlechtert, das Schutzgut Boden vernichtet Lebensmittelimporte notwendig macht, wie auch Pflanzen und Tiere und die Lebensqualität der Ahrensfelde Profitinteressen opfert. 

Spürbarer Klimawandel - Starkregen, Trockenperioden und sogar Tornados auch in unserer Gemeinde spürbar

Werte Mitglieder der Gemeindevertretung, werte weniger interessierte und werte gestresste Mitbürger, nicht alles, was gesetzlich erlaubt oder geduldet wird, ist sinnvoll für uns, geschweige denn moralisch akzeptabel. Nun will ich nicht den Moralapostel spielen, das Hemd passt mir nicht, aber meinen Wertvorstellungen entspräche, dass ich mich zumindest enthalten würde, wenn ich über ein Projekt eines Parteifreundes aus dem Gemeindekreis zu entscheiden hätte. Ja,

Ein weiteres Thema, meine Blogleser wissen das, ist die mangelnde Bürgerbeteiligung in der Gemeinde durch die gewählten Mitbürger. In der Gemeinde könnten die Bürgerinnen und Bürger in einem breiten Maße Demokratie praktisch erleben und selbst gestalten. Wieso? Unsere örtlichen Verhältnisse sind überschaubar, die Probleme noch begreifbar, die Entscheidungsprozesse in der Kommunalpolitik und Anwendungen des Kommunalrechts persönlich erfahrbar. Die Bürger selbst spielen auch bei uns eine unverzichtbare Rolle in der Gestaltung ihrer engeren Heimat. Klug und bedacht, wenn man es ihnen zutraut und sie einbezieht. Dazu gibt es inzwischen zahlreiche bewehrte Beteiligungsmodelle. Umfragen zur Arbeit der Verwaltung und der Gemeindevertretung, Bürgerräte, Workshops zum Beispiel.  Und wenn es gut läuft, wird die politische Landschaft bereichert, entsteht zwischen Politik und Bürgern etwas sehr Wichtiges, Bürgernähe, schöpferisches Miteinander, Vertrauen. 
Ich will also herausfinden, was verschwiegen werden soll. Ich will eine Diskussionskultur wiederbeleben, will Neugierde wecken am politischen Geschehen in Ahrensfelde und wenn möglich, anzuregen, sich einzumischen, mitzumachen. Und genau das treibt mich um, sachlich, kritisch und optimistisch wie immer.

Fotos: Autor(4), Zeitgeschehen, Cartoon Toonsup


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