Neues aus der Provinz: Ahrensfelde - ein scheindemokratischer Dialog - aber nicht mit uns!
Nein, nein, kein Wunschdenken, sondern reale Fakten, die aber von den Schätzungen des Ingenieursbüros und den Zuarbeiten von SV 1908 Grün-Weiß Ahrensfelde (GWA) erheblich abweichen. Da kommen doch Zweifel an Fairness auf. Das Ingenieurbüro GENEST ist jedoch nicht bereit, die tastsächlichen Gegebenheiten zum Beispiel bei den Zuschauerzahlen in dem Gutachten einzuarbeiten. Zu großen Teilen legen sie die Mess- und Schätzwerte von 2018 zugrunde. Das ist wohl technisch auch nach TA-Lärm nicht ganz korrekt, oder? Dass in der Sektion Fußball in den vergangenen 8 (acht!) Jahren die Mitgliederzahl und damit der Trainings- und Spielzeiten rasant gestiegen sind, liegt auf der Hand. Gut für GWA, schlecht für die lärmgestressten Anwohner. Auch an Sonn- und Feiertagen wird gespielt, selbst in den Ruhezeiten und in den Ferien schon am Vormittag. Der Trainingsbeginn von 17 Uhr ist ein Märchen.
Durch den Aufstieg in höhere Spielklassen nahmen natürlich die Zuschauer weit über die zu Grunde gelegten Zahlen zu und für jeden verständlich auch die Lautstärke begeisterter Fans. Das ist kein Vorwurf und verständlich, nur nicht für GENEST. Es fehlt zudem gänzlich die sicher notwendige Pflege des Rasenplatzes wöchentlich ein paar Mal und die db (A) des Aufsitzrasenmähers kann jederzeit abgelesen werden. Es sind über 80 auf jeden Fall. Davon jedoch keine Spur im Gutachten. Wer wird sich denn mit solchen Kleinigkeiten abgeben? Wir baten nur um notwendige Ergänzungen und Korrekturen, Reaktion, Fehlanzeige. Das Gutachten, wenn es denn so bleiben würde, ist ein Schlechtachten, wenn es überhaupt so ein Wort geben würde.
Pardon, beinahe hätte ich es vergessen: Allen Lesern meines Blogs ein ereignisreiches, gesundes und sonniges Osterfest mit Leuten, die ihnen etwas bedeuten und für die Sie etwas bedeuten.
Weiter im Text: Ein dickes Ding ist das mit dem Restaurant "Hangover". Es taucht im Gutachten einfach nicht auf, als existiere es nicht und befände sich nicht auf dem Sportplatz. Uns wurde offiziell vorgegaukelt, dass das Restaurant wochentags und sonnabends um 22.00 Uhr schließt. Und man müsse Verständnis haben, dass die Mitarbeitern die Gäste nicht sofort hinauswerfen können. Die Wahrheit aber ist, dass um 22.00 Uhr erst Küchenschluss ist und die Öffnungszeit bis 23.30 Uhr gehen soll. Dieses Spielchen will die Verwaltung nicht gewusst haben?
Vielleicht liegt es auch daran, dass Herr Rau, der Betreiber des Restaurants öffentlich mit anderen Öffnungszeiten wirbt, wie sein nebenstehender Flyer bestätigt. Wer macht hier wem etwas vor?
Die Hochzeiten oder andere Familienfeiern bis Mitternacht oder länger verlaufen dort natürlich mucksmäuschenstill. Sportfreund Pruschke, ein integrer Mann, der bei GWA etwas zu sagen hat, hatte selbst einmal einen Test gemacht und war erstaunt, wie weit selbst leise Gespräche auf der Terrasse in den Abendstunden zu hören waren. Aber "Hangover" ist im Schallgutachten ein Nirwana. einfach nicht zu finden. Es soll aber dennoch recht beliebt sein.
Dass die Gemeinde auch die Bürger und ihre Hinweise und Anzeigen nicht ernst nimmt, beweist allein der Fakt, dass es im vorigen Sommer zehn Anzeigen in eineinhalb Monaten wegen permanente Ordnungswidrigkeiten auf den GWA-Kunstrasenplätzen gab. Da müssen doch die Alarmglocken läuten im Ordnungsamt! Wird nichts unternommen, ist das nicht Duldung durch Unterlassen? Ach Leute, wie lange sollen wir Anwohner noch zum Narren gehalten werden?
Wir Sprecher, im sehr engen Kontakt mit den Anwohnern, habe nun die gelbe Karte gezeigt und werden diese Scheinbeteiligung am Dialog beenden, wenn es nicht mit allen Beteiligten eine ernste und ergebnisoffene Krisensitzung gibt. Die Gemeindevertretung hat uns Anwohnern zugesagt, dass wir aktiv in den Dialog um eine reales, aussagefähiges und auch entscheidungsreifes Schallgutachten einbezogen werden. Die Bürger haben uns den Auftrag erteilt und uns ihr Vertrauen ausgesprochen und so sind wir der Gemeindevertretung und den Anwohnern etwas schuldig, ihnen gegenüber verantwortlich. Dieser Verantwortung wollen wir, will auch ich gerecht werden, nicht mehr und nicht weniger, sachlich, kritisch und optimistisch wie immer.
Fotos: Autor, Cartoon SinpLine, Bürgerdialog H:, Zeichnung: Fünfjähriges Mädchen aus der KITA Blumberg
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