Kein Interesse der Fraktionen mehr am Bürgerdialog - nicht mit uns

 

Der Bürgerdialog, mit ehrlicher Absicht, aber auch mit soviel Getue und Scheininteresse gestartet, schien in den letzten Zügen zu liegen. Nein, noch nicht wegen ergebnisreicher Beendigung, das Lärmschutzgutachten soll erst im Juni vorliegen, sondern weil bisher nicht eine einzige Fraktion es für nötig und keinesfalls rufschädigend hielt, ernsthaft mit den Anwohnern und ihren Sprechern Kontakt aufzunehmen. Nicht nach den Stand der Dinge zu fragen, ob geholfen werden kann oder sogar die Sache in der Gemeindevertretung am Laufenden zu halten. Das Interesse ist gleich Null. Von einem Dialog ist keine Rede. An Überarbeitung kann es nicht liegen, wie die oft kurzen und inhaltsleeren Tagesordnungen belegen. Im Kontakt mit der Verwaltung und direkt mit dem für das Schallgutachten verantwortliche Ingenieurbüro Genest, haben wir Sprecher der Anwohner die vorhandenen Vorlagen und Messungen überprüft, korrigiert und Ergänzungen eingebracht, um das Gutachten so realitätsnah wie möglich für eine Entscheidung in der Gemeindevertretung werden zu lassen. Die Verwaltung hatte versprochen, uns in den Prozess einzubeziehen und sie hat mit den Herren Becker und Meier ihr Wort gehalten. 

Bei der Durchsicht der vorliegenden Dokumente haben wir festgestellt, dass die zu Grunde liegenden Zeiten von Spielen und Training nicht immer den Tatsachen entsprechen, Zuschauerzahlen zu gering angesetzt wurden und andere Lärmquellen überhaupt nicht berücksichtigt sind. All das haben wir der Verwaltung und damit dem untersuchenden Ingenieurbüro mitgeteilt.

Unabhängig von dem Ergebnis des Gutachtens und seinen Empfehlungen können wir schon heute sagen, dass damit der Bürgerdialog nicht zu Ende sein wird. Denn die lauwarmen Erklärungen vom Vereinsvorsitzenden, dem Sportsfreund Lachmann von Grün-Weiß Ahrensfelde und das lärmende Geschehen auf den Sportplätzen außerhalb von Training und Spielen lassen nur den Schluss zu: Entweder hat er seinen Verein nicht im Griff, also so gut wie keine Autorität, oder er weiß, dass sich nicht an seine Zusagen gehalten wird und billigt das. 

Und wenn eine Schallschutzwand empfohlen wird, erwarten wir, dass dann die Maßnahmen zum Schallschutz zügig beschlossen, geplant und eingeleitet werden und nicht noch Spitzfindigkeiten und Bedenken diesen Prozess verzögern und die Lärmbelästigung der direkten Anwohner auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben werden.

Die Messpunkte bestätigen auch bei mir eine Lärmbelästigung, denn mein Grundstück, und das ist nicht einmal das nächste zum Rasenplatz, ist nur keine 50 Meter entfernt und zur Terrasse des Restaurants Hangover sind es noch weniger. Mit anderen Worten, ich bekomme von den Spielen der 1. Mannschaft von Grün-Weiß noch viel mehr mit, als so mancher Zuschauer auf der Tribüne. 

Und ich warne alle Besucher des Restaurants im Außenbereich, private Geheimnisse auszuplaudern, denn wenn ich noch einmal im Garten nach dem Rechten sehe, höre ich ungewollt und nicht lauschend alles mit. Ja, und das vor allem, weil sich Pächter Rau einen Dreck um Absprachen und uns Anwohner schert und zuletzt am Pfingstsonntag seine Terrasse mit Musik lange nach Mitternacht betrieben hat. Und wenn morgens um sieben Uhr der Rasenmäher für den ersten Platz loslegt, frage ich, wer mäht denn da in meinem Garten?

Wie weitere Anwohner musste ich schon Schallschutzfenster einbauen lassen, und eine finanzielle Beteiligung der Gemeinde wurde abgelehnt, obwohl sie es doch unter anderem gestattete, dass so nah am Sportplatz gebaut werden durfte. Ja, der Sportplatz war schon da, eben! Aber für Gesetze ist das unrelevant. Das sind die Fakten und ich lade jedes Mitglied der Gemeindevertretung herzlich ein, bei mir auf der Luftmatratze zum Probewohnen im Sommer.

Oder sie beende endlich die unerträglichen Zustände durch sinnvolle, zeitnahe, ökologisch verantwortbare und finanziell günstige Maßnahmen. Im Juni soll das Gutachten vorliegen. Dann muss ein weiterer Dialog stattfinden, um gemeinsam mit den Anwohnern zu beraten, wie es konkret weiter geht. Das ist nicht nur mein ganz persönlicher Wunsch, sondern auch die Forderung meiner gestressten Nachbarn, sachlich, kritisch und optimistisch wie immer.

Fotos: Archiv, Autor

Beliebte Posts aus diesem Blog

Wer fragt, der lernt, oder es ist Hopfen und Malz verloren (Achtung Satire)

Neues aus der Provinz -was sonst noch passiert - diesmal in Lindenberg

Nur Ungereimtheiten um den geplanten Anbau für den SV 1908 "Grün-Weiß Ahrensfelde?