Neues aus der Provinz - Daseinsfürsorge bei Tropenhitze - leider nicht in Ahrensfelde - aber nicht mit mir!


Drei Meldungen veröffentlichte eine sonst mit Propaganda und selten ausgewogene Berichterstattung glänzende öffentlich-rechtliche Medienanstalt. Den Haustieren macht die Hitze infolge des Klimawandels sehr zu schaffen. Viele leiden schon bei plus 25 Grand. Nummer zwei: Die Landwirtschaft stöhnt, infolge extrem hoher Temperaturen und Trockenheit ist mit enormen Ernteausfällen zu rechnen. Die Vegetationszeiten und die Pflanzenarten müssen angepasst werden. Und die dritte Meldung: Die Zahl der Hitzetoten in Europa ist in den vergangenen zehn Jahren um sage und schreibe 99 Prozent gestiegen, hat sich also verdoppelt. Allein in dem Rekordjahr 2024 mit einer anhaltenden Hitzewelle von 44 Tagen waren es in Europa bedauerliche 62.000 Menschen, die infolge hoher Temperaturen starben. 

Warum wiederhole ich diese Meldungen? Nun, auch um Ahrensfelde macht der Klimawandel keinen Bogen. Das erste warme, für manche heiße Wochenende liegt hinter uns. Und es wird wieder heiß, sehr heiß. Ich hatte in einer Petition bereits 2024 vorgeschlagen, ein Konzept für den Schutz der Ahrensfelder Bürger, vor allem der Kleinkinder und Senioren vor lang anhaltenden Hitzeperioden zu erarbeiten und umzusetzen. Geschehen ist, dreimal dürfen sie, liebe Leser, raten, richtig, nichts, absolut nichts. Wie im alten Preußen wartete die Verwaltung, wie mir Herr Schwarz belehrend und wissend mitteilte, auf einen Plan des Landkreises, in dem unsere Maßnahmen einfließen sollten. Bloß wir haben gar keine eigenen Ideen und Pläne, obwohl ich einige Vorschläge gemacht hatte. Auch schon einmal kleine Trinkwasserbrunnen, eine Idee, die sich die CDU-Fraktion dann zu eigen machte. Das gehört übrigens zu dem nicht ganz feinen Stil einiger Fraktionen in der Gemeindevertretung, erst Anträge wie z.B. von BVB/Freie Wähler abzulehnen, um sie dann variiert als eigene später zu präsentieren. Ich erinnere nur an den Ehrenkodex. 

Und was unternahm nun der Landkreis Barnim? Natürlich, Sie werden es schon geahnt haben, natürlich auch nichts! Nothing, nitschewo, rien du tout.

Seine einzige Aktivität war die Herausgabe eines sogenannten "Hitzeknigge", in dem Binsenweisheiten für die Bürger zusammengefasst waren, wie etwa, dass viel getrunken werden sollte. Leichte Kleidung wurde empfohlen und bei großer Hitze wäre es besser, zu Hause zu bleiben und notwendige Besorgungen in die Abendstunden zu verlegen. Gut, ein paar wichtige Adressen gab es auch. War das Alles, wirklich Alles, was die Elite unserer Selbstverwaltung zu bieten hatte?
Noch einmal zurück zu uns. Ich hatte angesichts dieser epochalen geistigen Leistung des Kreises in der Gemeindevertretung noch einmal eindringlich gefordert, sich nun endlich mit diesem Thema zu beschäftigen. Und es kam, wie es kommen musste, nichts passierte. Ich lebe lange genug in Ahrensfelde, um zu wissen, dass die meisten Gemeindevertreter in der Kunst des aufmerksamen Weghörens und genauen Wegschauens wahre Meister sind. Jedoch, so viel Missachtung eines sehr ernsten Problems überrascht mich doch. So ist unser Dorfparlament auf dem besten Weg, eine Institution für Unverbindlichkeiten zu werden. Oder ist es das schon?

Aber ich warte nicht auf den ersten Hitzetoten in der Gemeinde, wenn dann in Bedauern und hopplahopp Aktionismus verfallen wird. Da rebellieren mein Verstand und mein Gewissen. Auch mir mit meinen guten Achtzigern und einem etwas holpernden, bald wieder zu regenerierenden Motor, setzt die Gluthitze zu. Aber ich werde keine Ruhe geben, nicht für mich, sondern für die Alten und Schwachen in der Gemeinde. Denn abzuwarten ist in diesem Fall nicht nur töricht, werte Gemeindevertreter, sondern kann sogar lebensgefährlich sein. Und wir haben allen Grund, dieses Thema auf die Tagesordnung zu setzen, versauen wir selbst mit dem ausufernden Siedlungsbau und zunehmenden Verkehr unser Mikroklima zumindest in Ahrensfelde immer weiter. 

Und in diesem Sinne würde ich gern all die aufwecken, oben im Rathaus und alle, die am dritten Montag Sitzenden, endlich meine Petition mit Taten und nicht mit vertröstenden Worten umzusetzen. Schließlich hat die Gemeindevertretung am 16.12.2024 beschlossen: "Die Gemeindevertretung beschließt, die Petition von Herrn Moreike als Anregung zu nutzen, um im Rahmen des Klimaplans Barnim Maßnahmen zu entwickeln." Eigene Maßnahmen zu entwickeln! Hier werden also Beschlüsse nicht eingehalten. Das ist, gelinde gesagt, eine Schweinerei, oder nicht? Gibt es denn bei uns keine Beschlusskontrolle? Offensichtlich nicht.  Höchste Zeit, diese Schlamperei zu ändern, sachlich, kritisch und optimistisch wie immer.

Fotos: Autor, Archiv Hartmut Moreike, Cover Landkreis Barnim 

P.S. Ich weiß, wie er mir sagte, dass der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Herr Kusch, hin und wieder meinen Blog liest, auch wenn wir, wie er anführte, nicht immer einer Meinung sind. Geschenkt. Ich hoffe nur, dass dieser verständige Mann auch diesmal die Seite "Moreikes Ahrensfelde" hochlädt. Na und nicht nur er.



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