Neues aus Ahrensfelde - Warten auf den ersten Hitzetoten?


Ja, es scheint so, oder? Ich frage mich ernsthaft, wann müssen wir auch hier den ersten Toten beklagen, der Opfer dieser anhaltenden Hitze geworden ist? Jetzt schlägt die Sonne wieder erbarmungslos zu und warnt uns, dass es nun von Jahr zu Jahr wärmer und heißer werden kann. Und unsere Gemeindevertretung? Sie tut nichts! Zumindest kann sie nicht sagen, sie war nicht aufgefordert, etwas zu unternehmen. Meine Petition wurde mit lauwarmen Worten von der Verwaltung inspiriert beantwortet und dem Versprechen, etwas zu tun. Ich sehe förmlich schwarz, denn es blieb bei vertröstenden Worten, wie so oft. Ja, diese Truppe, die sich alle vier Wochen jeden Montag trifft, verweigert sich diesem Thema der Vorsorge für die Schwächsten in unserer Gemeinde, für die Kleinsten und die Ältesten, deren Gesundheit in diesen Tagen der Gluthitze auf eine harte und lebensbedrohliche Probe gestellt wird. Gut, Hitze ist für das Denkvermögen nicht gerade förderlich. Aber das geht ja schon seit Monaten so, auch als es noch kühler war und sogar kalt.

Und da helfen auch keine Ausreden, am Wetter nicht Schuld zu sein. Das nicht. Jedenfalls nicht im Sinne des Paragraphen 13 des Strafgesetzbuches, Schuld durch Unterlassen. Aber moralische Schuld allemal. Denn für das Klima in unserer Gemeinde, das gesellschaftliche, auch da wurde immer viel Porzellan zerschlagen, und vor allem für das Mikroklima in Ahrensfelde. Denn mit jedem Quadratmeter Acker, der betoniert wurde und weiter wird, nehmen wir uns buchstäblich selbst die Luft. Und es sind tausende und abertausende Quadratmeter bisher gewesen. Auch Gehrke sei Dank.

Die Umwelt mit ihrer reichen Natur ist unsere Zukunft und nicht das Betongold für Bodenspekulanten. Aber so geht es weiter, immer weiter. Klar, die Verwaltung offeriert Investoren. Aber die Gemeindevertreter müssen nicht deren Interessen, sondern die ihrer Wähler vertreten und sich nicht vorführen lassen von einem Geschwafel, dass wir Zuzug bräuchten. Aber wer kann denn so dumm sein? Ja, schauen Sie sich doch einmal um? Es sind die Mitbürger und der Bürgermeister, die Sie gewählt haben in der Hoffnung, sie würden das Beste für uns tun. 

Meine Geduld gegenüber der Ansammlung von Verweigerern der Lösung unserer Probleme ist erschöpft. Leute, die einem Zebrastreifen mehr Aufmerksamkeit widmen, als den Menschen, die darüber gehen, sind für mich bedauernswert, denen ich jeden Respekt verweigere. Das darf und muss ich auch, denn ich gehöre in den Achtzigern genau zu den Einwohnern, denen die Bullenhitze zusetzt und ich wäre heilfroh, wenn ich ein kühles Plätzchen in der Gemeinde finden würde, wenn ich etwas zu erledigen habe. Mein Forderung, den Schulhof der Grundschule Lindenberg und andere Flächen zu entsiegeln, ist nicht nur auf taube Ohren gestoßen, nein, Bürgermeister Gehrke behauptete sogar, diesen Schwachsinn hätten die Gemeindevertreter beschlossen. Die Begrünung des tristen Platzes hinter dem Rathaus wird von egomanischen Interessen Einzelner verhindert. Ja, wo leben wir denn?

Fünf Prozent unserer Mitbewohner sind zum Glück über 80 Jahre. Ich auch. Aber mit den Jahren, fragen sie einmal in der Kardiologie in der Ulmenallee nach, reagieren Kreislauf und Herz höchst empfindlich auf extreme Hitze, ja ausgesprochen klinisch problematisch. Kleinkinder ebenso. Wenn sich die Gemeindevertretung schon nicht um uns Silber-Generation Sorgen macht, dann doch wenigstens um die Jüngsten, also unsere Zukunft. Eine zukünftige Generation, die mehr Empathie für die Einwohner aufbringt, als die bisherigen Volksvertreter; die mit mehr Verständnis auf den Klimawandel reagiert, als die Untätigen im Gemeindeparlament; die mehr Respekt für die Umwelt und damit für das Mikroklima in der Gemeinde an den Tag legt, als alle versammelten Verwaltungen und ehrenamtlich in Verantwortung  Gewählten zuvor. Man wird doch wohl einmal träumen dürfen, sachlich, kritisch und optimistisch wie immer.

Fotos: Autor 




Beliebte Posts aus diesem Blog

Neues aus der Provinz -was sonst noch passiert - diesmal in Lindenberg

Nur Ungereimtheiten um den geplanten Anbau für den SV 1908 "Grün-Weiß Ahrensfelde?

Wer fragt, der lernt, oder es ist Hopfen und Malz verloren (Achtung Satire)