Die neue Chance für die Ortsumfahrt - der geheime Operationsplan Deutschland

Ein neues Dokument macht die Runde, jedenfalls die Kunde davon, denn es ist geheim. Es geht um den Operationsplan Deutschland. Und da kann es fix gehen mit unserer Ortsumfahrung. Denn Planungen werden verkürzt, Kommunen werden erst gar nicht befragt, und den Verbänden wie NABU sind Widersprüche nicht möglich. Ja, es geht um militärische Infrastruktur. Aber das ist nichts Neues, denn bereits seit Jahren wird die Infrastruktur im Interesse der Armee ausgebaut – zum Beispiel Straßen, Brücken, Schienen.  

Im Operationsplan Deutschland, der wohl ganze 1.000 Seiten umfasst, soll stehen, wie sich die Bundeswehr zusammen mit der NATO auf den Krieg gegen Russland vorbereitet. Anfang Juni 2026 bei der Interschutz-Messe in Hannover plauderte gut gelaunt  Generalleutnant André Bodemann unter dessen Leitung der OPLAN erstellt worden sei, aus dem Nähkästchen. Kein Subalterner, sondern ein Mann ganz oben der Uniformträger. Und Bodemann ist Stellvertreter des Befehlshabers vom Operativen Führungskommando der Bundeswehr und Kommandeur für Territoriale Aufgaben dieses Kommandos.

Dieser André Bodemann (Bild rechts) nannte den OPLAN einen „Kriegsverhinderungsplan“. Bei einer Armee, die keinen Angriffskrieg führen darf, eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Und dennoch sagte er: „Wir sind nicht im Krieg, aber auch schon lange nicht mehr im Frieden, sondern irgendwo dazwischen.“ Im Ernstfall sollen 800.000 Soldaten inklusive schweres Gerät an die NATO-Ostfront verlegt werden. Die Masse dieser Bewegungen erfolge über und durch Deutschland, auf allen Transportwegen, Brücken, Tunnel, Eisenbahnverbindungen, Flughäfen und Häfen. Deshalb müsse die Infrastruktur dem entsprechen. Also das Märchen über den Infrastrukturfonds für kaputte Schulen und marode Polizeidienststellen, für Krankenhäuser und Pflegeheime, Radwege für Schüler und Begrünung der Innenstädte wird böse enden. Denn so lange ein Großteil unseres Geldes, 607 Mrd. Euro in den nächsten vier Jahren für Rüstung bzw. Verteidigung ausgegeben wird, können wir uns natürlich den Sozialstaat, wie Kanzler Merz lamentierte, nicht leisten. 

Schritt für Schritt umfasst die Militarisierung der BRD sämtliche Bereiche der Gesellschaft. Die Erfordernisse eines Krieges kennen keine Ausnahmen. Das Arbeitssicherstellungsgesetz, es ist weitgehend unbekannt, sieht im Spannungs- und Verteidigungsfall, den der CDU-Parlamentarier Kiesewetter schon längst fordert, die Zwangsverpflichtung von zahlreichen Berufsgruppen vor. Kein Scherz, ein Frisör kann verpflichtet werden, einen LKW für kriegswichtige Dienste zu chauffieren. Als nächstes will die Bundeswehr den Zugriff auf alle Verkehrsdaten und Kamerasysteme in Tunnels oder auf Brücken. Schweres Gerät der Bundeswehr wog früher 40 bis 50 Tonnen und bringt heute 80 bis 100 Tonnen auf die Waage. Gehört die B 158 zu den Aufmarschwegen? Kann sein, kann nicht sein! Vielleicht fragt unser Bürgermeister Gehrke als CDU-Mitglied seinen Chef Merz oder das SPD-Mitglied Dreger den kriegsertüchtigenden Verteidigungsminister. 

Bundesverteidigungsminister Pistorius auf den Posten einen Kommandanten auf dem Leopard-2A8-Panzer

"Alles was von West nach Ost geht, muss durch Deutschland." Auch über die B 158 neu? Eine Rollbahn gen Osten? Ein Déja-vu-Erlebnis. Naziideologe Todt schrieb 1932 über die Autobahnen: "Linienführung und Ausgestaltung sind nach militärischen Gesichtspunkten vorgeschlagen." Die deutsche Wehrmacht wurde an der Planung und dem Bau der Autobahnen beteiligt. Denn über sie sollte der schnelle Transport von Panzern und sonstigem Kriegsgerät an die Grenzen der Länder erfolgen, die 1938 bis 1940 vom faschistischen Deutschland als erste überfallen wurden.
Unsere Fraktion AWG/BVE will neue Überlegungen zur Planung und die Prüfung der Varianten und eine zeitnahe Realisierung ihrer Vorstellungen für die B 158neu. Erstens, wer zahlt, bestimmt die Musik und da ist unsere Gemeinde nicht dabei. Zweitens fällt das ganze Projekt aus der aktuellen Planung, wenn es nicht im OPLAN enthalten ist, denn deren Vorhaben haben Vorrang. Der geheime Plan zeigt zudem, die Öffentlichkeit ist ausgeschaltet und da interessiert niemand, wovon wir Bürger von Ahrensfelde träumen. 

Und so berühren die Pläne vom beliebtesten SPD-Minister aller Zeiten Pistorius, von Kanzler Merz und Generalleutnant Bodemann auch unser so friedliebendes Ahrensfelde. Und nicht wenige unser eigentlich friedfertigen Leute wünschen sich vielleicht, um Lärm und Feinstaub endlich nach 20 Jahren Versprechen und Stillstand loszuwerden, dass die Umgehungsstraße kommt, und sei es als geplante Rollbahn gen Osten. Verrückt. 

War, ist und wird Russland immer unser Feind sein, so wie es ungefähr unser sogenannter Chefdiplomat Wadephul sagte? Ich bin der Meinung, unser Feind, der Feind des Friedens und des Wohlstands, der normalen friedlichen Nachbarschaft mit allen Völkern, der Feind der sozial gesicherten Zukunft unserer Bevölkerung in einem der reichsten Länder der Erde sitzt nicht im Osten in Russland, sondern im Westen in Brüssel und ganz nah auf der Regierungsbank und im Bundestag. Das ist mein persönlicher Schluss als einigermaßen gebildeter und denkender Bürger, sachlich, kritisch und optimistisch wie immer.

Fotos: Autor, Zeitgeschehen, Archiv Hartmut Moreike

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