Neues aus der Provinz - Eine Hauspostille der AWG für die Blaue Tonne?

Abgesehen davon, dass an meinem Briefkasten "Keine Werbung" steht, hat mir die Ahrensfelder Wählergemeinschaft ein Flyer eingeworfen. Das ist Werbung in eigener Sache. Nun, bevor er in der blauen Tonne landet, sie ist Papiermüll gewohnt, will ich auf einige Sachen aus diesem Papierchen eingehen. Da wird sich der Bauch bepinseln, größte Fraktion mit 6 Sitzen in der 23köpfigen Gemeindevertretung zu sein. Das dass erstens ein Wahlbetrug war, wird verschwiegen. Sie haben vor der Wahl nicht informiert, dass AWG mit dem Bürgerverein Eiche eine Fraktion bilden werden. Sie haben sich nur zur "größten Fraktion" zusammengeschlossen, so wird geunkt, um nicht der AfD wenigstens zwei Ausschussvorsitzende zubilligen zu müssen, deren Fraktion fünf Mitglieder hat. Die wurden mit dem weniger einflussreichen Sozial- und Kulturausschuss abgespeist. Also stinkt die Prahlerei mit den stellvertretenden Ausschussvorsitzenden zum Himmel. 

Und noch ein dicker Hund. Der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Herr Kusch, ist zugegeben Mitglied der Fraktion. Aber erstens ist die Wahl des Vorsitzenden der Gemeindevertretung unabhängig von der Partei und Fraktion. Natürlich hätte kein Kandidat der AWG die Mehrheit der Stimmen für den Vorsitz im Gemeindeparlament erreicht. Und zweitens ist der Vorsitzende zwar Mitglied der zusammengeschusterten Fraktion, aber aus moralisch-ethischen Gründen weitgehend, so hat er es bisher gehandhabt, absolut neutral und nicht der Sprecher oder Vertreter von Interessen und Anträgen der Fraktion AWG/BVE.

Dass sowohl AWG als auch BVE "jahrzehntelange kommunale Erfahrung " einbringen, ist ja nicht nur ein vorzeige Positivum. Sie ist eine Fraktion der Hinterzimmerabsprachen und Karrierenetzwerke. Ja, AWG ist seit Jahren genau so verantwortlich für jahrzehntelange Zunahme von Verkehrschaos, Feinstaub- und Lärmbelastung, für Betonierung von Ackerland, also dem Raubbau am Schutzgut Boden, an der Vernichtung von geschützten und seltenen Tieren und Pflanzen, an unzureichender medizinischer Versorgung, einem Busverkehr, der nicht den realen Bedürfnissen widerspiegelt, an fehlenden Freizeiteinrichtungen u.v.a.m. Die AWG-Leute, mit welchem Namen sie auch auftreten, sie können es einfach nicht, Ahrensfelde als Gemeinde lebens- und liebenswerter zu machen

Die "starke Vernetzung in Vereinen" hat vielleicht auch dazu geführt, dass falsche Entscheidungen dazu beitrugen, dass ein ganzes Wohngebiet seit Jahrzehnten zunehmend Opfer von Lärm von Sportplätzen des Vereins Grün-Weiß Ahrensfelde geworden ist, dessen Folgen wir nun im Bürgerdialog mindern wollen. Und auch zu dem anrüchigen Skandal, dass AWG dafür stimmte, den Platzwart von Grün-Weiß Ahrensfelde aus der Gemeindekasse, also aus unseren Steuern, zu entlohnen. Einmalig in der Fußballvereinswelt.

Die Vernetzung mit der Kirchengemeinde lässt den Gedanken aufkommen, dass die Kirche in Ahrensfelde "überzeugt wurde", dass ein lautes krachendes Feuerwerk zu stille Nacht, heilige Nacht der Vorweihnachtszeit gehört. Ein spezieller Ahrensfelder Weihnachtsunsinn. Auch dem Kuhhandel mit der evangelischen Kirche, nur dann ein Gelände für das Gymnasium verkauft zu bekommen, wenn die EKBO-Siedlung entlang der Lindenberger Straße von der Ulmenallee bis zum Ortsausgang nach Lindenberg gebaut werden kann, hat die AWG gegen eine Bürgerbefragung zugestimmt. Rechtlich in Ordnung, moralisch bedenklich. Deshalb fehlt auch in dem Blättchen, jegliche Vertretung der Bürgerinteressen, für die sie ja eigentlich gewählt wurden, die Abgeordneten der Ahrensfelder Wählergemeinschaft. Sie sind sich eben genug. Kein einziges Wort auf 4 Seiten Selbstbeweihräucherung zur Vertretung der Bürgerinteressen, ein Armutszeugnis und eine ungewollte Selbstentlarvung! Und die zeitgemäße Entwicklung weiterer Formen der direkten Demokratie wird nicht einmal angedacht, sondern seit Jahren mit dummen Scheinargumenten und aller Macht verhindert. Hoch lebe das Whiskeyfest als geistig kulturelles Ereignis mit entsprechenden Folgen für kognitive Fähigkeiten.

Aber es geht ja noch weiter: Bei den Kompetenzen fehlen aus gutem Grund natürlich Natur und Umwelt gänzlich, an denen sich immer wieder  mit demonstrativ einheitlicher Zustimmung zu Beschlüssen mit weiterem Siedlungsbau vergangen wird. Siedlungsbau, der nicht ein einziges Problem der an die Grenzen stoßenden Infrastruktur löst, sondern alle verschärft. Und das schreiben sich AWG/BVE als Erfolg auf die Fahnen. Ist das nicht idiotisch?

Ja Freunde, ich lese genau das Gedruckte, das was fehlt und das, was zwischen den Zeilen steht, sachlich, kritisch und optimistisch wie immer. 

Und nun das Papierchen einem nützlichen Zweck zuführen, ab, in die blaue Tonne, wo es auch im Interesse vieler Bürger hingehört.


Foto: Gemälde Autor-Fotos ©






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