Neues aus der Provinz- Meisterstücke der Fraktion AWG/BVE oder was?
Bei der AWG/BVE ist das anders. So hat sich einer der aktiven Nichtfraktionsmitgieder mit einer Frage an die Bahn gewandt, warum das Signal der Züge des R25 vor dem Bahnübergang Lindenberger Straße zu laut und überhaupt zu lange sei.
Die Antwort kann sich zwar schon jeder Dreiklässler denken, aber sei es drum. Auch nach der Modernisierung der Einmündung der Bahnstraße in die Lindenberger Straße sichern Halbschranken den Verkehr. Und für Halbschranken, die nicht selten, auch wenn sie geschlossen sind, umfahren werden, schreibt das Gesetz ein Signal des anfahrenden Zuges vor. Das ist vernünftig und dient unserer Sicherheit. Mehr noch, im Land der Normen und Vorschriften ist genau geregelt, wie laut und lange das Signal zu sein hat. Also kein nerviger Spaß des Lokführer, sondern eine Gefahren abwenden Notwendigkeit. Schön, dass das nun einmal geklärt ist.
Hoffentlich stört es jetzt niemanden, dass unsere Freiwillige Feuerwehr, egal in welchem Ortsteil, mit Martinshorn, das offiziell Folgetonhorn heißt, zu ihren Einsätzen ausrückt. Denn auch das ist gesetzlich vorgeschrieben, dass die Floriansjünger sogenanntes Sondersignal, also Blaulicht und Martinshorn gleichzeitig einschalten, wenn sie sich Wegerecht im Straßenverkehr verschaffen wollen und müssen. Übrigens bewundere ich diese ehrenamtlichen Frauen und Männer, die zu jeder Stunde, also auch nachts, alles stehen und legen lassen, um Leben zu retten und Gefahren abzuwehren.
Zur Juliberatung der Gemeindevertretung reicht die Fraktion AWG/BVE einen Antrag für eine Umfrage zur Namensgebung des Rathausplatzes ein. Jenes Platzes hinter dem Rathaus, der es wegen seiner Tristesse schon einmal trauriger und für uns beschämender Weise in eine ZDF-Reportage geschafft hat. Jenes Arial, das auf persönlichem Wunsch eines langgedienten AWG-Ortsvorstehers und Ex-Gemeindevertreters für zwei Tage Weihnachtsmarkt das ganze Jahr in diesem jämmerlichen Zustand immer noch verharren muss. Jenes Platzes zwischen Rathaus und Ortsteilzentrum, für dessen Gestaltung es schon etliche Pläne gab, die buchstäblich alle in grauem Splitt verlaufen sind. Öde, hässlich und ein Killer für das Mikroklima.
Ganz nebenbei, dass das wohl eine der brennenden Probleme der Bürger ist, dem Schutz der Einwohner vor extremer Hitze versagt sich auch diese Fraktion, heißt Rathausplatz so ziemlich überall der "Rathausplatz". Und sollte nicht endlich erst einmal der Platz ansehnlich, klimaentsprechend und bürgerfreundlich gestaltet werden, ehe ein Name gesucht wird? Das riecht doch sehr nach populistischen Aktionismus, oder?
Denn nur zwei Anträge im Januar hat die Fraktion AWG/BVE eingereicht und nicht etwa für die Ahrensfelder Einwohner, sondern für den Verein Grün-Weiß Ahrensfelde, mit dem man nach eigenen Angaben eng verflochten ist. So kann es auch genannt werden. Ich hoffe nur, dass die Fraktion sich auch für die Anwohner der Sportplätze von GWA einsetzt, die unter Lärm der Sportfreunde leiden, die oft bis in die Nacht feiern oder in den Ruhezeiten unbedingt den Ball treten müssen, was selbst der Vereinsführung auf die Nerven geht. Wo bleibt das Lärmgutachten, das im Juli in der Gemeindevertretung vorgestellt werden sollte? Liegt die Verzögerung daran, dass es nicht wunschgemäß ausgefallen ist und nun "korrigiert" wird?
Ja, einen Namen für den Rathausplatz anzuregen, als hätten wir Ahrensfelder keine anderen Probleme. Und so gibt mit die zahlenmäßig stärkte Fraktion in der Gemeindevertretung immer wieder Vorlagen für meinen Blog, natürlich sachlich, kritisch und optimistisch wie immer.
Fotos ©: Autor
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