Notizen aus Ahrensfelde - Refill-Wasser allein für jedermann ist kein Alibi

Die Hitze schlägt unbarmherzig zu. Ich hatte ja vor Kurzem mit dem Beitrag "Warten auf den ersten Hitzetoten" erneut angemahnt, dass Verwaltung und Gemeindevertretung endlich etwas zum Schutz der Einwohner vor extremer Hitze tun sollten. Wiederum, denn dazu hatte ich die Gemeindevertretung schon vor eineinhalb Jahren, leider vergeblich mit einer Petition aufgefordert. Die Stimme der Vernunft, liebe Leute, ist zwar leise, aber sie ruht eben nicht, ehe sie gehört wird, entlehne ich Freuds Worte. Sie scheint gehört zu werden.

Denn nun präsentierte Bürgermeister Wilfried Gehrke im Amtsblatt die Refill-Aktion. Jeder, der ins Rathaus kommt, mit Anliegem oder nur so vorbei, kann dort seine Trinkflasche mit frischem Leitungswasser füllen. Wunderbar, das ist doch was, ganz ehrlich. 

Aber das kann doch nur der Beginn seil, denn es ist doch im wahrsten Sinne des Wortes nur ein Tropfen auf die durstigen Seelen. Na und ein großzügiges  Geschenk des Bürgermeisters ist es auch nicht, denn das Wasser aus dem Rathaus bezahlen ja die Ahrensfelder.

In einer Gemeinde, in der die Sorge um jeden einzelnen Einwohner die erste Aufgabe von Verwaltung und Gemeindevertretung ist, muss wesentlich mehr getan werden, als eine Flasche Wasser aus der Leitung. Denn die Refill-Aktion entbindet die Gemeindevertreter nicht davon, endlich ein Konzept zum Schutz der Einwohner, vor allem der Jüngsten und der Ältesten vor extremer Gluthitze zu entwickeln und umzusetzen. Namhafte Meteorologen und Klimaexperten warnen, dass die Hitzerekorde keine einmalige Erscheinung sein werden.

Also muss endlich gehandelt werden. Meine bescheidenen Vorschläge liegen auf den Tisch. Sie sollten schon damals in ein Klimakonzept des y  Landkreises einfließen, das nie zustande kam.

 Dazu könnten gehören:  

Stopp der Versiegelung von Acker- und Grünflächen als wichtige Klimaindikatoren.  Das Mikroklima in den Ortsteile bestimmen wir mit. 

Stopp von Siedlungsbau in Frischluftschneiden für Berlin, wie zum Beispiel an der Birkholzer Allee.

Rückbau von versiegelten Flächen dort wo es möglich und sinnvoll ist nach dem Motto Grün statt Grau. Auch der mit Platten versiegelte Schulhof unserer Grundschule ist ein Glutofen, das Beton-Arial am Lenné-Park und der Rathausplatz in Ahrensfelde. Aber auch vor allem freiwilliger Rückbau übermäßig illegal versiegelten Flächen auf Privatgrundstücken wo möglich.

Wasser sparende Konzepte, keine Genehmigung von Pools auf neuen Privatgrundstücken

Anpflanzung von hitzeverträglichen Bäumen entlang von Straßen, auch der Dorfstraße und Schaffung von grünen Inseln zur Verschattung, zum Ausruhen vor allem für ältere Menschen und Müttern mit Kleinkindern.  

Trinkwasserspender mit Hilfe der Berliner Wasserwerke und für die Einwohner zeitweise Refill-Stationen in allen Ortsteilzentren..

Schaffung eines Bürgerrates Klima durch die Verwaltung.

Denn es gibt so viele kluge Köpfe in Ahrensfelde, nicht nur in der Gemeindevertretung. Für die Mitarbeit der Bevölkerung sollte es einen öffentlichen Aufruf und Ideenwettbewerb sowie einen Workshop mit der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde organisiert werden. Der nächste Hitzesommer kommt bestimmt. Meine Ideen und mein Anstoß für eine umfassende Konzeption legen auf den Tisch, sachlich, kritisch und optimistisch wie immer.

Fotos: Autor, Yandex

 

Beliebte Posts aus diesem Blog

Neues aus der Provinz -was sonst noch passiert - diesmal in Lindenberg

Nur Ungereimtheiten um den geplanten Anbau für den SV 1908 "Grün-Weiß Ahrensfelde?

Ahrensfelde, die Gemeinde der Pendler