Ein Nachdenkereignis, das keines ist und dennoch eines sein müsste

Ja, es ist 94 Jahre her und weder Linke, SPD  geschweige den CDU wollen sich an dieses Datum erinnern.  Was lernen die Schüler über Einstein? Richtig die Formel:  E = mc2  Und wenn der Lehrer noch einer mit Birkenstocksandalen ist, dann so manchen klugen Aphorismen-Bonbon. Über die Rolle und Verantwortung der Kernphysiker macht jetzt ein Einstein-Zitat bei Friedensfreunden die Runde: "Ich bin nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen  kämpfen."

Mit dieser Warnung, dass die Menschheit, so sie überlebt, sich in eine Steinzeit zurück bomben kann, wenn nicht Leuten bei uns wie Merz und Klingbeil, Kiesewetter, Hofreiter, Wadephul und Strack-Zimmermann die Entscheidungen in der Politik aus den Händen genommen wird, bin ich beim Thema und Jubiläum. Im Juli 1932 fand ein denkwürdigen Briefwechsel zwischen Albert Einstein und Siegmund Freund zum Thema: Warum Krieg? statt.

Eine Frage, da unsere Land hochgerüstet und kriegstüchtig gemacht wird, in der Waffen entgegen unserem Grundgesetz in Kriegsgebiete zur Fortsetzung und nicht zur Beendigung von bewaffneten Konflikten, wie in Israel und die Ukraine geschickt werden, wo die eigene Regierung tagtäglich und ungestraft gegen die Präambel und das Grundgesetz  verstößt, ist die Frage so aktuell wie am Vorabend des II. Weltkrieges. Warum Krieg?

Einstein sah sich als der Naturwissenschaftler nicht in der Lage, diese psychologisch philosophische Frage umfassend zu beantworten und fragte Freund: „Gibt es einen Weg, die Menschen vom Verhängnis des Krieges zu befreien?“ Als überzeugter Pazifist fragte Einstein, ob es möglich sei, die menschliche Entwicklung so zu lenken, dass sie gegen die Psychose des Krieges und des Hasses immunisiert wird. Der Physiker wusste natürlich um das Machtstreben der Herrschenden, die durch Manipulation von Bildung, Presse und Religion die Massen mobilisieren, um sie kriegswillig und kriegstüchtig zu machen. Wie sich die Bilder doch gleichen!

Und hier gestatte ich mir als bescheidener Philosoph auf das nicht ganz unbestrittene Gesetz der spiralförmigen Entwicklung von Hegel und Marx zu verweisen. Es besagt, dass sich Natur,

Gesellschaft und Denken nicht im Kreis, sondern in Zyklen in einer aufsteigenden Spirale entwickeln, indem sie das Alte negieren, es aber gleichsam auf einem höheren Niveau wiederholen. Ein gesellschaftlicher Déja vu-Effekt.

Freud antwortete kurz gefasst recht pessimistisch und argumentierte, dass der Mensch zwei grundlegende Triebe besitzt: den Lebenstrieb Eros und den Todestrieb Thanatos. Krieg sei der unweigerliche Ausdruck dieses zerstörerischen Triebs in der menschlichen Natur. Soweit die Genies. Nun erleben wir, dass die Kriegsvorbereitung bei uns in einem nie dagewesenen Maße medial und politisch vor sich geht und nicht der geringste und vernünftige Versuch gemacht wird, diplomatisch und friedlich die Kriege und das Morden zu beenden. 

Deutschland unterstützt die Ukraine in diesem Jahr mit etwa 11 Milliarden Euro. Das hat unser Bundestag so beschlossen. Würde mit deutscher Mitwirkung ein sicherer Frieden im Ukrainekrieg erreicht werden, so könnten allein diese 11 Milliarden ausreichen, um 420 Schulen zu bauen, oder 2.000 Kilometer Autobahn zu sanieren. Ist das nicht schon Grund genug, alles, aber wirklich alles mit vereinten internationalen Organisationen zu tun, den Krieg zu beenden? Aber warum das nicht sein wird, will ich versuchen, einfach und logisch zu erklären. Ich glaube, es gibt mit dieser Regierung und den Parteien im Bundestag keinen realistischen Weg, sich dem Einfluss von Rüstungsindustrie und internationalen Finanzkartellen auf die Politik zu entziehen, denn sie brauchen Kriege für ihre unvorstellbaren utopischen Gewinne. Und deshalb verbreiten unsere Politiker und Medien Angst, morgen steht der Russe vor dem Brandenburger Tor, vor dem ARD-Studio und dem Springer-Verlag. 

Ja, mit Angst und Feindbildern lässt sich sehr viel Geld verdienen. Wenn die Menschen aber erst einmal Angst haben, denn steter Tropfen höhlt den  Stein, können die Rüstungskonzerne, viele  bei uns mit beträchtlichen amerikanischen Aktienanteil (Größter Aktionär der Rheinmetall AG ist der US-Vermögensverwalter BlackRock, dem ehemaligen Brötchengeber von Kanzler Merz, mit einem Stimmrechtsanteil von rund 7,33 Prozent) die Produktion und die Gewinne hochfahren. Das Geschäft mit dem Tod ist mehr als lukrativ. Der Aktienkurs von Rheinmetall hat sich in nur drei Jahren verzehnfacht. Die Regierung kann immer mehr Waffen kaufen und mehr Geld für die Bundeswehr ausgeben, weil die Menschen so bereit sind, eine absurde und gefährliche Politik zu akzeptieren, die sie sonst mit Nachdenken und Bauchgefühl nie und nimmer billigen würden.

Wenn es aber keinen Feind gibt, ist es schwer zu begründen, warum immer mehr Geld für Waffen und Militär ausgegeben werden und Sozialleistungen empfindlich gekürzt werden, also Kanonen statt Butter. Weil es keinen Feind gibt, wird einer vielleicht aus der NS-Mottenkiste von CDU-Außenminister Wadephul geholt? "Russland wird immer ein Feind für uns bleiben." Verteidigungsminister Boris Pistorius erklärte: „Russland wird für die NATO mehr und mehr zur Gefahr“.  Und Bundeskanzler Merz ließ uns wissen: „Wir sind nicht im Krieg, aber wir sind auch nicht mehr im Frieden“.

Ein Feindbild schafft Angst – und Angst schafft Zustimmung für Aufrüstung. Wir Bürger sollten doch froh sein, dass die Regierung Milliarden über Milliarden für Rüstung ausgibt, ja sogar für die Vorbereitung eines Krieges gegen Russland. Geschickter lässt sich eine Bevölkerung mit Hilfe einer degenerierten Presse nicht manipulieren.  So einfach ist das. 

Zum 40. Jahrestag der Beendigung des Zweiten Weltkrieges am 8. Mai 1985 hielt der einstige Bundespräsident Richard von Weizsäcker eine denkwürdige Rede. In der sagte er: „Hitler hat stets damit gearbeitet, Vorurteile, Feindschaft und Hass zu schüren. Meine Bitte an die jungen Menschen lautet: Lassen Sie sich nicht hineintreiben in Feindschaft und Hass gegen andere Menschen, gegen Russen oder Amerikaner, gegen Juden oder Türken, gegen Alternative oder Konservative, gegen Schwarz oder Weiß. Lernen Sie, miteinander zu leben, nicht gegeneinander.“ Bravo! Dieser kluge Mann war übrigens auch CDU-Mitglied wie die Herren Merz, Wadephul und Kiesewetter, deren Politik mit dem christlichen Menschenbild unvereinbar ist. Sie alle haben ihren Amtseid mit "So wahr mir Gott helfe!" beendet. Aber das war nur Geschwätz, denn mit Gott, Gerechtigkeit, Liebe zu Deinem Nächsten und anderen ethischen Forderungen von Jesus Christus ist es bei ihnen nicht weit her. Eine Schande vor dem Herrn sind sie allesamt.

Russlands Außenminister Sergei W. Lawrow: Wir haben mehrmals gesagt, dass wir nicht die Absicht hatten und haben, irgendein derzeitiges Nato- oder EU-Mitglied anzugreifen. Wir sind bereit, diese Position in künftigen Sicherheitsgarantien für diesen Teil Eurasiens zu verankern." Reaktion der Bundesregierung? Keine, denn Russen sind ja Feinde und mit denen reden wir nicht. Ach ja, 2028 oder 2029 kommt der Russe ganz bestimmt? Naja. Aber warum hören wir nicht auf unsere Freunde? Der vormalige CIA-Analyst Larry C. Johnson: „Mit der lächerlichen Behauptung, dass Russland EUropa erobern und besetzen wolle, erzeugen Merz, Pistorius und überhaupt alle europäischen Kriegstreiber Massenhysterie. Warum eigentlich? Europa hat nichts mehr, was Russland braucht oder will.

Und zum Schluss: Ein Panzer Leopard 2A8 kostet so zwischen 25 - 30 Mio. Euro. Das ist ungefähr die Summe, die unsere Schule in Lindenberg gekostet hatte oder für die 5 Kilometer neue Autobahn gebaut werden könnten, ja oder sogar fast die halbe Umgehungsstraße um Ahrensfelde. Noch Fragen? Ich soll friedfertiger werden, fordert meine Frau in einer Zeit, wo wir kriegstüchtig gemacht werden? Krieg ist keine Option, sondern eine menschliche Tragödie. Ich halte es mit Richard von Weizäcker und wollte nur aus gegenwartsnahem Anlass auf ein geschichtliches Ereignis, seine Aktualität und seinem Zusammenhang hinweisen, sachlich, kritisch und optimistisch wie immer. 

Fotos: Autor, Zeitgeschehen, Archiv Moreike, Cartoonn Toonpool





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