Neues aus der Provinz - Braucht eine Gemeinde wie Ahrensfelde eine Identität

Lesen wir, was Dr. Hans-Georg Gebel, ein honoriger und international geachteter Naturwissenschaftler vom Institut für Vorderasiatische Archäologie der Freien Universität Berlin aus Lindenberg dazu schreibt:
"Gerade in Zeiten des Wandels braucht Ahrensfelde Identität und Identitätsförderung, sonst bleibt von der Gemeinde nur ein aufgeblähter Berliner Siedlungsrand mit Freiwilliger Feuerwehr, Fußballklub und verlorener Seele.
Wer Landschaft, Dorftraditionen und Bürgerwillen für Prestigeprojekte, Investorengier und diesbezügliche Verwaltungsunterstützung opfert, baut keine Zukunft, sondern schiebt Ahrensfelde in den identitätslosen Abgrund. Wenn Gier, schön gerechnete Bedarfszahlen und eine bürgerferne Verwaltung wichtiger werden als Natur- und Kulturpflege, Infrastruktur und Gemeinsinn inkl. bürgerschaftlicher Teilhabe, werden aus den Ahrensfelder Ortsteilen und ihrer Kulturlandschaft keine lebendigen Orte, sondern seelenlose Bauflächen ohne Gesicht und Gedächtnis."
Ich möchte mit einem Gleichnis aus einem meiner Bücher antworten. Zwei russische Soldaten kehren auf einem Pferdefuhrwerk ein halbes Jahr aus dem II. Weltkrieg in ihr heimatlichen Dorf aus dem Lazarett zurück. Der eine trägt einen Verband um die Augen. Und zwei Kilometer vor dem Dorf atmet er tief die Luft ein und lächelte. "So riechen nur unsere Felder und der Fluss. Die Frauen backen Kuchen für das Wochenende und die Männer heizen die Banja an, ein süßer und ein beißender Rauch. Wir sind endlich zu Hause, mein Lieber."
Es ist das Unverwechselbare, der geschäftige Alltag der Menschen, ist die umgebende Natur, die geachtet wird, sind Tradition und Gewohnheiten, sind lebendige Vereine und hilfsbereite und nicht anonyme Nachbarschaften, die Sprache und das Verstehen miteinander, ist das Verhältnis der Menschen untereinander. Und das droht bei uns weiter zu verschwinden. Nicht weil die Zeit rast mit ihren Veränderungen, sondern weil die Entfremdung ein Ziel der herrschenden Politik ist. Und unbewusst oder leichtfertig haben 16 Jahre CDU-Bürgermeister und CDU-Vorsitz in der Gemeindevertretung alles getan, den örtlichen Charakter der fünf Dörfer zu zerstören, die Einwohnerschaft zu spalten, den Bürgerwillen zu missachten, die Umwelt in ihrer Schönheit und Vollkommenheit zu vernichten und so die Identität in und für unsere Gemeinde zu einen Relikt der Vergangenheit werden zu lassen. Natürlich kann das geändert werden, sofort und jeden Tag und mit ganz kleinen aber bewussten Schritten, meine ich, sachlich, kritisch und optimistisch wie immer.
Fotos: Autor, Dr. Gebel privat, Kopie Gemälde "Nach dem Sieg" Hartmut Moreike
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