Wie Ahrensfelde sein Mikroklima weiter versaut und nicht nur Bauern reich macht
Ist vielleicht anzunehmen, denn gebraucht wird es nicht und es liegt auch dem Regionalplan fern, nach dem fußläufig öffentliche Verkehrsmittel, Kita, Supermarkt und Arzt in 15 Minuten selbst von Senioren und Müttern mit Kleinkindern erreicht werden sollte. Überhaupt ist dieses Gebiet an der Birkholzer Allee auf recht wundersame Weise in das Achsenentwicklungskonzept Ahrensfelde -Werneuchen "auf besonderem Wunsch der Gemeinde" gekommen. Die Gemeindevertretung will es nicht gewünscht haben. Ja, das hätte ich mitbekommen. Die Verwaltung, also die Herren Schwarz und Gehrke auch nicht. Wirklich nicht? Ja wer ist denn nun Die Gemeinde? Ein faules Ei, dass da uns Einwohnern gelegt worden ist, weil diese 11 Hektar Ackerland nur der Türöffner sind, um alle 31 Hektar bis zur Ahrensfelder Straße zu betonieren. Für wen diesmal und warum?
Nun, da könnten sich einige zumeist alteingesessene Lindenberger eine goldene Nase verdienen, wenn wieder landwirtschaftliche Fläche zwar außerhalb des Ortes durch Beschluss der Gemeindevertretung nach natürlich "gut begründeter Vorlage der Verwaltung" Bauland wird. Wir haben es ja. Pfeif auf das Klima, die Ernährung, aufs Grundwasser und auf frische Luft für Berlin. Das hat bei uns bisher weder Verwaltung noch Gemeindevertreter je interessiert. Sozusagen in Tradition der Unbekümmertheit und Gleichgültigkeit oder: Nach uns die Sintflut. Und während die einen Millionengewinne machen mit dem Ausverkauf unserer Äcker und Wiesen, lässt sich die Gemeinde mit einem Spielplätzchen abfinden.
Und der Bürgermeister ist ein Geschichtenerzähler, wenn er in den schönsten Farben und dem Brustton der Überzeugung von einem blühenden Ahrensfelde durch Zuzug erzählt. Dass das nicht die Wahrheit ist, wissen einige Gemeindevertreter. Andere verstehen es ohnehin nicht und wieder andere wollen es nicht zugeben, denn dann müssten sie auch bekennen, dass sie oft und lange Beschlüsse gefasst haben, die Ahrensfelde und einige seiner Dörfer charakterlos, gesichtslos, bürgerfeindlich und zu Schlafsiedlungen gemacht haben, ohne die Infrastruktur in dem Maße zu entwickeln. Die Wahrheit verlangte, dass man nachdenkt, zweifelt, recherchiert und möglicherweise sogar alte Ansichten aufgibt. Und es gehört Mut dazu, im Chorus der Abnickenden, Schmeichler und Ja-Sager einmal mit gutem Gewissen Nein zu sagen.
Und zur Wahrheit gehört auch, dass in Lindenberg durch SPD und CDU mit der Ortsvorsteherin die AfD ins Boot geholt wurde, um ganz sicher zu gehen, dass das Winterdorf, welches wir so nötig haben wie weitere Berliner Windräder in unserer Häusernähe, gebaut wird. Ja, ja, es gab eine Umfrage in Lindenberg, in deren Ergebnis das Projekt Birkholzer Allee eigentlich abgelehnt wurde. Eigentlich.
Natürlich weiß ich, so viel Grips muss man mir schon zutrauen, dass eine Gemeindevertretung nach dem Buchstaben der Kommunalverfassung nicht an Umfragen und deren Ergebnis gebunden ist. Moralisch ist das aber wieder eine ganz andere Sache. Aber die alten Lateiner sagten schon: „Mundus vult decipi, ergo decipiatur.“ Auf deutsch und ein wenig frei übersetzt: „Die Menschen wollen betrogen werden, also sollen sie auch betrogen werden.“ Denn wer traut sich schon in der Gemeindevertretung, der oftmals unangenehmen Wahrheit in die Augen zu schauen und es auch noch zu sagen? Ich versuche es zumindest, sachlich, kritisch und optimistisch wie immer.
Fotos: Autor, und Flyer, Grafik Gemeinde Ahensfelde
P.S. Die Marke von 80.000 Leser hat mein Blog laut Google Statistics längst überschritten. Dank an alle, die mir so Mut machen.


