Drei Anträge für die Beratung der Gemeindevertretung zum Nachdenken, Weinen und Lachen

 

Ja, ich hatte hier schon ein anderes Thema vorbereitet, doch die aktuellen Ereignisse haben mich eingeholt. Und wie! Unsere Gemeindevertretung tagt am Montag und ich hatte schon jetzt Tränen in den Augen vor Lachen und vor Empörung. Drei Anträge der Fraktionen liegen auf dem Tisch unseres Gemeindeparlaments. Zuerst der lustige Teil. Es ist kaum zu glauben, aber die Fraktion Ahrensfelder Wählergemeinschaft mit ihrem Anhänger Bürgerverein Eiche hat doch tatsächlich den Antrag gestellt, eine Umfrage zur Namensgebung des Rathausplatzes zu beschließen. Ja, des kahlen, hellgrauen Feinschotterplatzes hinter dem Rathaus. Das wäre Schilda würdig gewesen, wenn es denn diese Stadt der einfältigen Ratsleute wirklich gegeben hätte. Unsere Abgeordneten könnten sie noch toppen. Ach Leute, als hätten wir keine anderen Probleme.

Anstatt den Platz erst einmal würdig umzugestalten als baumbestandene und mit Sträuchern geschmückte und freundliche Ruhe-Oase, mit Bänken und von mir aus auch mit einem Springbrunnen, wie es der Frau Hübner (Fraktion CDU/SPD) vorschwebt. 

Also ich hätte da zwei Vorschläge: Erstens Tristesse-Plaza und zweitens Joachims-Field, weil Klaus Joachim als Gemeindevertreter und Ortsvorsteher immer dafür gesorgt hat, dass der Platz so ist, wie er ist, um zwei Tage im Jahr dort den Weihnachtsmarkt zu platzieren. Über diesen Antrag der Fraktion AWG/BVE könnte gelacht werden, wenn es nicht so traurig wäre.

Über den nächsten Antrag von der gleichen, also der Grün-Weiß--Ahrensfelde Fraktion, bin ich regelrecht wütend. Wurde doch tatsächlich die Durchführung einer Machbarkeitsstudio für eine Schwimmsportstätte gefordert. Ich habe schon immer gesagt und geschrieben, der Sportverein Grün-Weiß 1908 Ahrensfelde  (GWA) ist für uns Steuerzahler ein Fass ohne Boden. Nicht, dass er in diesem Jahr pro Vereinsmitglied 125 Euro beantragt, Rentner müssen sich mit 6,96 Euro begnügen, nein es gibt ja noch einen Anbau an den Sozialtrakt, für den die Gemeinde mit 1,2 Mio. Euro 2028 zur Kasse gebeten wird. Die Turnhalle, eigentlich zum Gymnasium geplant, ist ja streng genommen such schon ein Geschenk für GWA. Sollen die Gymnasiasten doch laufen, was Lachmanns Sportfreunden nicht zuzumuten ist. Warum gibt es keine Machbarkeitsstudie für ein Medizinisches Versorsungszentrum? 

Und nun noch eine Schwimmsportstätte. So viel Unverschämtheit oder Unverfrorenheit ist wohl nur in Ahrensfelde möglich. Nicht ein Schwimmbad wird da angedacht, dass die Kinder von der Kita bis zur Schule hier das Schwimmen erlernen und ihr Seepferdchen machen, Bürger ihre Freizeit verbringen, was Bürgermeister Gehrke schon mehrmals wegen der Unterhaltungskosten abgelehnt hat und wohl auch keine Partner bei den Nachbarn begeistern konnte. 

Nein, es muss wieder eine Sportstätte sein. Ja bekommt der GWA-Gemeindevertreter und Vereinsvorsitzender Lachmann und sein Verein den Kanal nicht voll? Der Antrag ist echt ein Trauerspiel. Und ich frage mich, ist das das Niveau unserer Gemeindevertretung? 

Und nun noch der Antrag der Fraktion Bürger für Ahrensfelde, der überfällig ist und auch etwas mit GWA zu tun hat. In der Gemeinde sind Parkplätze rar, das wissen wir alle. Aber nicht nur zu den Punktspielen von GWA werden die Grünstreifen vor der Sportplatzeinfahrt zugeparkt. Eine Ordnungswidrigkeit, die nach dem Ordnungsamt mit 55 Euro geahndet werden kann oder muss. Und obwohl das auch im Rathaus seit langem bekannt ist, werden die Knöllchen da nicht verteilt. Order von ganz oben im Rathaus? Ja, GWA hat viele Privilegien.

Ein anderer, sicher nicht legaler Parkplatz befindet sich hinter der Feuerwehreinfahrt zwischen den Fußballplätzen 1 und 2. Obwohl das Tor eigentlich geschlossen ist, hat GWA wohl einige Schlüssel, die ermöglichen, dort auf dem Rasen zu parken. Anwohner haben darauf aufmerksam gemacht, dass bei der Trockenheit die heißen Katalysatoren schnell einen Brand entfachen können, der schnell auf ihre Häuser übergreifen kann. Reaktion vom Ordnungsamt: Solange genug Platz für die Feuerwehr wäre, ist alles gut.  Und deshalb hat die Fraktion Bürger für Ahrensfelde, die ihrem Namen wieder einmal alle Ehre macht, eine Antrag eingebracht, um Parken auf Grünflächen zu verhindern, die Straßenverkehrsordnung konsequent und das Ordnungs- und Sicherheitskonzept der Gemeinde umzusetzen und ein Parkraumkonzept zu erarbeiten. Übrigens war Grün-Weiß schon beim B-Plan für den Sportplatz der Zukunft aufgefordert worden, für ihren Parkplatz links nach der Einfahrt eine Ordnung festzulegen, etwa mit Ein- und Ausfahrtschildern und gekennzeichneten Parkreihen. Wer einmal in diesem Schlamm geparkt hat, ohne jede Ordnung, der weiß, übrigens ist mit dem Lärm der Sportler in sonntäglichen Ruhezeiten im Allgemeinen Wohngebiet das Gleiche, wie ernst die Beschlüsse der Gemeindevertretung bei GWA genommen und umgesetzt werden. 

So, das war meine ganz persönliche Reflexion der Anträge einiger Fraktionen für die September-Beratung der Gemeindevertretung, sachlich, kritisch und optimistisch wie immer.

Fotos: Autor (2), Bürgerinitiative Goethesiedlung, Archiv Yandex

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