Millionen Investitionen in Ahrensfelde - wir haben es ja - oder auch nicht?

Der Urlaub ist vorbei. Was gibt es Neues in der Gemeinde? Nun wie jedes Jahr liegen Finanzpläne zur Beratung auf dem Tisch. Bei den Investitionen ist allerlei Interessantes zu lesen. Für 2028 sind die 1,176 Millionen für den Anbau an den Sozialtrakt von Grün-Weiß Ahrensfelde geplant. Entgegen der Beschwichtigung der Verwaltung, dass mit dem Förderanträgen der Gemeinde für den Golden Plan ja noch überhaupt nichts entschieden wäre. Das war wissentlich falsch. Für diese Investition von 2,1 Mio. Euro steuert der Verein lediglich 76.817,09 Euro bei. Bei  923.182,91 Euro Fördermittel kommt größte Batzen wieder, wie schon beim Sportplatz der Zukunft, aus der Gemeindekasse. Ich erspare mir jeden weiteren Kommentar, nachdem ich Grün-Weiß schon einmal als Fass ohne Boden bezeichnet hatte. 

Interessant auch, dass 400.000 Euro 2028 für die Planung und den Bau für den Schallschutz zwischen den drei Sportplätzen und dem Goetheviertel vorgesehen sind. Nicht viel, auch weil in den Folgejahren nichts weiter dazu geplant ist. Eine viertel Million bis 2030 ist für den Ankauf von Grundstücken für die Umgehung von Lindenberg geplant. 

Und bei deren Bau sind wir bei den schlappen 7 Mio. Euro beteiligt, wenn ich die Planung richtig gelesen habe. Lindenberg ist ohnehin ein teures Pflaster, denn mit Planung werden dort in der Karl-Marx-Straße fast 2 Mio. Euro angelegt werden müssen. 

Für Heimat- und Kulturpflege und Wirtschaft und Tourismus, alles natürlich freiwillige Aufwendungen der Gemeinde, fehlt jeder Euro. Nachdenkenswert, weil vieles davon mit dem Image von Ahrensfelde zu tun hat, mit der Identität und Heimatgefühl, Anziehungskraft der Gemeinde oder der Förderung von zukunftsgerechten Arbeitsplätzen. Die werden dringend benötigt, schon um das verfluchte Pendeln endlich zu minimieren, das die Luft verpestet, Stau verursacht und den Familien Zeit für sich und die Kinder raubt. Auch für unsere Spielplätze ist bis 2030 kein Euro vorgesehen. Nun, da kann sich im Laufe der Zeit bei Bedarf immer noch etwas ändern. Für den Neubau der Kita in Blumberg sind 3,675 Mio. Euro geplant, endlich werden viele Eltern sagen, bewegt sich hier etwas. Da gibt es auch ein guten Anteil an Fördermittel vom Land. Für die Erschließung einer Zuwegung von der Schlossstraße bis zum Sportplatz sind knapp 2 Mio. Euro bis 2030 vorgesehen. Die Kita, Jugendclubs und die Freiwilligen Feuerwehren in allen Ortsteilen kosten Einiges. Das ist gut angelegtes Geld in Sicherheit und Zukunft.

Endlich kommt auch der Kreisverkehr auf der B 158 in Blumberg in die Gänge, an dessen Bau wir uns 2027 wohl im kommenden Jahr mit einer halben Million beteiligen müssen. In Eiche soll das Dorfgemeinschaftshaus 2028 umgebaut werden, was so mit einer guten halben Million geplant ist. Nun wir wissen alle, dass die Planung das Eine ist und die Rechnung dann ganz anders aussieht. Interessant auch, dass wohl das Projekt in die Gänge kommt, den halben Parkplatz vom Kaufpark in Eiche mit einem interessanten Wohnungs- und Gesellschaftsbau zu überbauen, grün statt grau. Apropos grün, die Gemeinde plant pro Jahr 25.000 Eure für das Anpflanzen neuer Bäume. Immerhin ein Tropfen auf einen heißen Stein, im Vergleich, was an Boden in den kommenden Jahre entlang der Lindenberger Straße und der Birkholzer Allee so versiegelt werden soll.

Für Bushaltestellen im Gemeindegebiet sind 2026 und 2027 je 40.000 Euro geplant, danach nichts mehr. Die Frage bleibt, ob dann alle wichtigen Haltestellen wirklich mit Wartehäuschen im wahrsten Sinne des Wortes bedacht sind?` Ein großer Posten ist auch der Neubau der Erweiterungshalle auf dem Bauhof. Hier sind insgesamt stolze 2,5 Mio. Euro. Aber wer da glaubt, dass damit endlich die hässlichen Baracken auf dem Gelände des Lenné-Parks das Zeitlich gesegnet haben, ist ein Träumer. Zwar wurde es schon oft versprochen, wenn der Bauhof fertig ist, verschwindet der Beton des Anstoßes. Ist er nicht, wird er nicht.  Denn der Bauhof ist schon eine ganze Weile in Betrieb. Nichts ist eben beständiger als ein Provisorium. 

Jetzt hatte der Finanzausschuss das Wort, bevor der Investitionsplan in die Gemeindevertretung geht. Wer selbst in den Plänen blättern will, muss im Ratsinformationssystem nachschauen. Und wie jedes Jahr im September haben alle Vereine ihre Anträge zur Förderung für 2027 eingereicht, wie auch der Verein SV Grün-Weiss 1908 Ahrensfelde, aber das ist ein neues Thema  demnächst und natürlich wie gewohnt sachlich, kritisch und optimistisch wie immer.

Fotos: Autor

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