Neues aus der Provinz - Dialoge mit den Bürgern Mangelware in Ahrensfelde, aber notwendig
Gekommen waren auch einige Gemeindevertreter die zwar in der Vorstellung hätten Klarheit bringen können, doch gerade Herr Länger (AfD) versuchte durch Pöbeleien und Besserwissen ein wenig die Harmonie des Treffens zu stören. Entlarvend war sein Einwurf, dass er sich den aktuellen Plan des künftigen Baugebietes in der Verwaltung abgeholt hätte, der dort aber überhaupt noch nicht bekannt war. Das war also vor den Bürgern glatt gelogen. Wenn er aber das noch nicht veröffentliche Dokument kennt, fragt sich, in welchem Verhältnis der AfD-Abgeordnete zum Investor Winter (CDU) steht. und auch seine Frau, die Ortsvorsteherin von Lindenberg. Aber das nur nebenbei.
Der Umweltaspekt wurde angesprochen, dass in Ahrensfelde bei allen Lippenbekenntnissen zum Klimaschutz, Ackerland bebaut wird und nicht nur in Lindenberg. Ein wichtiges Argument, das leider von den Organisatoren nicht ausreichend ins Spiel gebracht worden war. Weitere Bauvorhaben sind erwähnt worden und damit die Frage gestellt, ob wir dieses Projekt, also weiteren Wohnungsbau überhaupt brauchen? Auch ein Argument, weshalb beide einladenden Fraktionen das Winterdorf ablehnten. Ein Tenor, der auch aus den Meinungen der meisten Anwesenden herauszuhören war. Das das Wohngebiet nicht Vorgaben des Regionalplanes Uckermark - Barnim entsprach, nachdem fußläufig in einer Viertelstunde ein Supermarkt, eine Kita oder ein Hausarzt zu erreichen sein muss, spielte ebensowenig eine Rolle wie ein unterirdisches Gaslager in bedrohlicher Nähe. Nun, darüber wird wohl erst im Ortsbeirat Lindenberg die Rede sein, wenn der Bauantrag dort eingereicht wird.
Ob das Informationsbedürfnis der Anwesenden völlig befriedigt wurde, bleibt dahingestellt. Aber es fand ein echter Dialog statt, zu dem sich Vertreter von zwei Fraktionen stellten, was ein Novum in Ahrensfelder Geschichte ist. Eine Form der Bürgerbeteiligung, die andere Fraktionen von solcher Art direkter Demokratie bisher, von Wahlveranstaltungen einmal abgesehen, ablehnen. Wie überhaupt die aktive und echte Mitwirkung der Bürger an Entscheidungen über ihre Zukunft und die der Gemeinde hinter dem Scheinargument einer parlamentarischen Demokratie ausgespart werden.
Dass die Form der Bürgerdialoge ausbaufähig ist, das wissen die Veranstalter, BVB/Freie Wähler und Bürger für Ahrensfelde natürlich auch, aber wir alle lernen, lernen, unsere Bürgerrechte ob in der Goethesiedlung oder in neu Lindenberg und damit in der Gemeinde Ahrensfelde aktiver durchzusetzen, und das ist doch schon etwas, meine ich sachlich, kritisch und optimistisch wie immer.
Fotos: Autor, Cartoon Toonpool
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