Nur Ungereimtheiten um den geplanten Anbau für den SV 1908 "Grün-Weiß Ahrensfelde?

Zuerst der dicksten Hund: Im vorliegenden Antrag der gemeinsamen Fraktion AWG/BVE Fördermittel für ein Jugend- und Seniorenhaus bei Grün-Weiß zu beantragen, der am Montag auf der Tagesordnung steht, wird wissentlich die Unwahrheit gesagt, sprich gelogen. Ja, das ist starker Tabak, aber ich frage mich, wie ernsthaft Fraktionen Anträge zuvor diskutieren und prüfen und wie ernst sie ihre Kollegen in der Gemeindevertretung nehmen? Da heißt es im letzten Satz der Begründung: 

Weder erfolgte eine mündliche Zusage noch wurde eine Summe zugesichert. Das ist Wunschdenken des Vereins. Damit soll wohl den Gemeindevertretern suggeriert werden, man könne ruhig zustimmen, die Fördermittel sind so gut wie sicher. Und das ist falsch. Denn es gibt nicht einmal eine Richtlinie, nach der die Mittel zugesprochen werden, das haben Landessportbund und Kreissportbund auf Anfrage bestätigt. Also ist diese Aussage der Einreicher eine dreiste Lüge, oder? Es gab lediglich eine Umfrage, welche Vereine Bedarf hätten und es wurde eine Liste erstellt, auf der der  SV 1908 "Grün-Weiß Ahrensfelde eine gewisse Priorität zugesprochen bekam.

Aber es geht ja noch weiter in den Ungereimtheiten. Die mir anonym zugestellten Unterlagen für den Anbau, was sich nun wohl als ein fettes Millionenobjekt darstellt, sind nicht Teil des Antrags, jedenfalls nicht öffentlich. Ganz abgesehen davon, dass die CDU-Fraktion kürzlich angesichts knapper Kassen und einem defizitären Haushalt vorschlug, nur solche Anträge zu beschließen, die nicht mit finanziellen Aufwendungen verbunden sind, kann vom sogenannten Jugend- und Seniorenhaus kaum die Rede sein. Denn die Pläne enthalten normale Umkleiden, Räume für Schiedsrichter, Büros, Medienraum, Teeküche und ein Beratungsraum mit Tresen. Tresen für weitere lärmende Feten? Also ein  stinknormaler, etwas luxuriöser Sozial- und Verwaltungstrakt, wie die Zeichnungen offenbaren. Wem wird hier etwas vorgegaukelt?


Deshalb sind offensichtlich diese Unterlagen nicht veröffentlicht worden, dass der dumme Ahrensfelde nicht merkt, wie er über den Tisch gezogen wird und wieder Millionen für eine kleine Klientel in der Gemeinde ausgegeben werden. Erneut ein Musterbeispiel, wie intransparent bei uns Entscheidungen herbeigeführt werden sollen, bei denen es zudem fraglich ist, ob sie das Leben für alle Einwohner lebens- und liebenswerter machen. Was läuft hier eigentlich bei uns in der Gemeinde?

Es ist der Ungeheuerlichkeiten, wie ich meine, noch kein Ende. Natürlich könnte der Verein SV 1908 "Grün-Weiß Ahrensfelde" die Fördermittel auch selbst beantragen. Aber die Vereinsspitze denkt wohl nicht im Traum vom Millionen-Anbau daran. Geschickt spannen sie ihre Lobbyfraktion "Ahrensfelder Wählergemeinschaft/Bürgerverein Eiche" vor ihren Karren. Damit würden sie zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Erstens soll für die Ahrensfelder der Schein gewahrt werden und wird ihnen eingeredet, dass das "GWA Jugend- und Seniorenhaus" im ureigensten Interesse der Gemeinde, also im Bürgerinteresse entstehen soll. Und zweitens trägt dann selbstverständlich die Gemeinde auch die anfallenden Kosten, die mit der Bereitstellung der Fördermittel verbunden sind. Wenn das so wäre, und ich hoffe nicht, dann ist das ein cleveres wie perfides Foulspiel von GWA. 

Noch war der Anbau nicht als öffentlicher Gedanke in der Gemeindevertretung, noch wurde die Verwaltung nicht mit der Ausschreibung für das Millionenprojekt beauftragt. Aber schon geistert ein Name durch Ahrensfelde, das Architektenbüro Formazin, in dem auch die Gemeindevertreterin Oda Formazin tätig ist. Ihr segensreiches Wirken zieht sich wie eine Perlenkette durch unsere Gemeinde, für die sich das bei uns ansässige Unternehmen verdient gemacht hat. Viele Ausschreibungen entschieden sie für sich und waren oft federführend an der Errichtung zahlreicher öffentlicher Gebäude in Ahrensfelde beteiligt; dem Rathaus, dem Ortsteilzentrum Ahrensfelde, der Freiwilligen Feuerwehr Ahrensfelde und Mehrow, dem Werkstoffhof auf dem Rehan und der Grundschule Lindenberg. 

Am Montag steht das Thema: Antrag der Fraktion AWG/BVE vom 05.01.2026 an die Gemeindevertretung Ahrensfelde - Antrag auf Fördermittel für den Sportplatz Ahrensfelde (Einreicher: Fraktion AWG/BVE Eingereicht am: 06.01.2026) auf der Tagesordnung der Januar-Beratung der Gemeindevertretung. Ich werde mir das Theater anhören. Und wenn mein Mageninhalt die zu erwartende Komödie übersteht, werden ich am Dienstag darüber schreiben, sachlich, kritisch und optimistisch wie immer.

Fotos, Cartoon, Faksimiles: Autor, Gemeinde Ahrensfelde, B. Stephan



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