Steht der Sportverein Grün-Weiß Ahrensfelde 1908 über dem Gesetz? - Bürgerdialog 16

Natürlich nicht. Aber warum diese provozierende Frage? Nun, unsere Geduld als Anwohner der "Sportstätten der Zukunft" von Grün-Weiß Ahrensfelde wird auf eine harte Probe gestellt. Was hat der Bürgerdialog bisher gebracht? Absichtserklärungen von der Gemeindevertretung, der Verwaltung und einige recht spärliche Resultate. Nein, in der Gemeindevertretung wurde beschlossen, ein neues und ehrliches Schallgutachten zu erstellen. Die Verwaltung hat dazu bis Ende März Bericht zu erstatten. Aber so ein Schallgutachten hängt ja von den Zahlen ab, mit dem es gefüttert wird. Also müsste der Verein Grün-Weiß Ahrensfelde 1908 (GWA) sprichwörtlich die Hosen runterlassen und reelle Zahlen liefern, wann gespielt und wann von wem trainiert wird. 

Aber das wird nicht geschehen, denn der Vorsitzende von GWA, Herr Lachmann wähnt sich seiner Lobby in der Gemeindevertretung sicher und zudem scheint er seinen Laden nicht im Griff zu haben. Denn trotz Dialog und Zusicherungen gehen die Lärmbelästigungen weiter, da wird sogar auf das Sportanlagenlärmschutzverordnung des Bundes gepfiffen und in den Ruhezeiten an Sonn- und Feiertagen gekickt, was das Zeug hält, also Punktspiele in Folge und sogar trainiert. Das war zwar schon im Lärmschutzgutachten von 2019 nicht gestattet, doch in Ahrensfelde nimmt sich der Verein GWA heraus, was überall untersagt ist. Und warum?

Weil auch die Verwaltung großzügig darüber hinweg schaut? Zwar hat Bürgermeister Gehrke als juristischer Vertreter des Verpächters ein gewisses Weisungsrecht gegenüber dem Verein, aber es ist eben der Vorzeigeverein mit seinen sportlichen Erfolgen und der Bedeutung für die Gemeinde, zur Förderung von Gesundheit, sinnvoller Freizeitbeschäftigung und körperlicher Entwicklung wie Betätigung von Kindern bis zu Senioren beizutragen. Nichts dagegen zu sagen. Nur wenn Einwohner in ihrem Ruhebedürfnis und der Wohnqualität so stark beeinträchtigt werden, muss er wohl endlich ein Machtwort sprechen. Oder?

Andererseits sagt das längst überholte Schallgutachten von 2019 ganz klar: Werden die Geräuschübertragung innerhalb von Gebäuden in Aufenthaltsräumen von Wohnungen, die baulich aber nicht betrieblich mit der Sportanlage verbunden sind, von der Sportanlage verursachte Geräuschemissionen...(dbA-Werte) festgestellt, hat der Betreiber der Sportanlage Maßnahmen zu treffen, welche die Einhaltung der Immissionsrichtwerte  sicherstellen. Und insofern ist, da beißt die Maus kein Faden ab, der Bürgermeister wirklich aus dem Schneider. Und die Gemeindevertreter, trotz schöner Worte, sind wohl zu feige, dem Verein seine erheblichen Zuwendungen aus Steuermitteln der Einwohner zu kürzen, weil er Gesetze und Gutachten aus Bauplänen nicht einhält.

Es ist zugegeben, schwierig und relativ selten, dass eine sich ausufernder Sportstätte in einem Allgemeinden Wohngebiet liegt, aber das haben die Gemeindevertreter und Verwaltung so beschlossen und dann jahrelang so getan, als ginge sie das nichts an. Nun haben sie die Chance, diesen Fehler ihrer Vorgänger ehrlich zu korrigieren, Vertrauen zurückzugewinnen. . Wenn sie es wollen. 

Rechtsfreie Zonen in der Gemeinde sind nicht tragbar! Im Bürgerdialog sind wir gewillt, fair Miteinander und Füreinander nach Lösungen zu suchen, die sowohl ein aktives und erfolgreiches Sporttreiben für alle Generationen Ahrensfeldes ermöglichen und gleichzeitig das gesetzlich verbriefte Recht der Anwohner auf Ruhe und Lebensqualität sichern. Aber wenn seitens des Vereins GWA foul gespielt wird, was wir zukünftig nicht mehr hoffen, sollten ihm Ordnungsamt und Gemeindevertretung endlich einmal die Gelbe Karte zeigen. Denn ich bin zu alt, zu friedfertig, zu kommunikativ, zu intelligent und zu sehr an eine Gemeinschaft der Harmonie und des Miteinanders für ein liebens- und lebenswertes Ahrensfelde engagiert, um mir von Provinzkickern und ihren Funktionären auf der Nase herum tanzen zu lassen. Und nun, Herr Lachmann, lassen Sie uns im Februar Nägel mit Köpfen machen, das erwarten wir sachlich, kritisch und optimistisch wie immer.

Fotos: Autor (2), Dokumente der Gemeinde Ahrensfelde

P.S. Dieser Beitrag ist ausschließlich der Lärmbelästigung gewidmet und schließt die Wildpinkler am Wall und Zaun aus, die aktuelle Jahresendfeier ohne Information der Einwohner, den fehlenden Sichtschutz zu den Wohnzimmern der Anwohner, das wilde, verbotene Parken in der Feuerwehrzufahrt  u.s.w.  aus. 


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