Das neue Jahr und keine hohen Erwartungen in Ahrensfelde

Es geht schon wieder los, der Hauptausschuss und der "Bauausschuss" fallen erst einmal aus. Na, was denn sonst! Also, da sieht es nicht all zu rosig aus 2026. Nicht privat, da kann ich nicht klagen. Nein, es geht um Ahrensfelde, um Fortschritte für ein Ahrensfelde, auf das die Nachbarn neidvoll blicken, weil hier die Bürger als Souverän von ihrer Gemeindevertretung achtungsvoll vertreten werden. Hier, da eine neue Zeit anbricht, wo der vergessene Verhaltenskodex endlich verwirklicht wird, und andere Ideen und Meinungen akzeptiert und diskutiert werden, um die besten Lösungen gestritten wird und im Vorfeld der Entscheidungen ein breites Votum der Bürger eine Rolle spielt.

Da Fraktionen, sich ihrer Wahlversprechen erinnern, die eigentlich alle in vielen Punkten gleich waren. Die Mitsprache der Bürger zu fördern, die Umwelt zu schützen, die Lebensqualität auf vielen Gebieten zu verbessern, sei es im öffentlichen Nahverkehr, im Radwegebau zwischen den Ortsteilen, bezahlbaren und sozialen Wohnraum zu schaffen, die Freizeitangebote auszubauen, die medizinische Versorgung auszubauen, den dörflichen Charakter zu erhalten sowie Acker und Naturflächen zu schützen. Da brauchte ich kein Blei zu gießen, um zu wissen, dass sich 2026 nicht viel ändern wird.

Versprochen, gebrochen oder vergessen. Die Ahrensfelder Wählergemeinschaft, in deren Wahlprogramm gerade die beiden letzten Themen enthalten waren, sagt das eine und stimmt genau dagegen. Von dörflichen Charakter kann ja bei dem Baugebiet der evangelischen Kirche entlang der Lindenberger Straße keine Rede sein, wenn Drei- oder sogar Viergeschosser geplant sind. Auch das Winterdorf an der Birkholzer Allee sieht im Entwurf eher aus wie eine Retortenkolonie, denn ein Dorf angrenzend an Neu Lindenberg und beides haben die Freunde um Fraktionsvorsitzenden Stock zugestimmt. Mehr noch, denn bei beiden Projekten werden wertevolle Ackerflächen, also Schutzgut Boden, ganz oder teilweise überbaut. Wer soll diesen Leuten noch glauben? Und sind nicht eingehaltene Versprechen nicht auch eine Form von Wahlbetrug? Stellt das nicht ebenso wie fragwürdige Fraktionsbildungen das Wahlergebnis auf den Kopf?

Ich denke, eine Gemeinde mit knapp 15.000 Einwohnern, und da bin ich ganz bei den, Vorschlägen, die medizinische Versorgung zu verbessern, sollte es sich leisten, endlich in ein Medizinisches Versorgungszentrum zu investieren. Bei den Zahnärzten gibt es eine Warteliste, die ansässigen Hausärzte nehmen auch keine Patienten an und zu Fachärzten müssen die Ahrensfelder nach Berlin oder Bernau. Alles Gerede von Bürgermeister Gehrke, dass das allein Sache der Kassenärztlichen Vereinigung sei, ist die übliche Masche, anderen die Verantwortung zuzuschieben, obwohl die Daseinsfürsorge für uns Ahrensfelder eine ureigene Angelegenheit der Gemeinde ist. Es gibt in Deutschland Gemeinden mit nicht einmal 2.000 Einwohnern, die mit den Nachbarn in ein Medizinischen Versorgungszentrum erfolgreich  investiert haben.

Hat die Gemeindevertretung, haben die Fraktionen nur ein einziges Mal, ein Thema ihrer so rosigen Wahlversprechen als Antrag in der Gemeindevertretung begründet und diskussionswürdig eingereicht? Nein, nicht ein einziges Mal. Wieso auch? Von der Überzeugung beseelt, erst einmal gewählt zu sein und auf die Trägheit, das Desinteresse der Bürger  an den Vorhaben in der Gemeinde spekulierend, tagen sie Monat für Monat und lassen sich von der Verwaltung treiben, die aber fleißig ihre Arbeit macht und sowohl die Investitionen und Anschaffungen auf die Tagesordnungen bringt.

Ein Trauerspiel der nicht eingelösten Wahlversprechen, ein Geschehen, das auch für das Jahr 2026 keine großen Hoffnungen aufkommen lässt. Vorwärts in Filzlatschen. Ich würde mich freuen, wenn ich mich irren sollte und ein Ruck durch die Fraktionen geht. Wenn sie ihre Wahlflyer hervorkramen und Thema auf Thema 2026 versuchen, ihre versprochenen Vorhaben peu a peu umzusetzen.  Aber kein Silberstreifen am Horizont. Auch, so lange Bürgerbeteiligung als lästig, unerwünscht und sogar als gefährlich angesehen wird, statt als Chance.

Ich bin der erste, der ihnen hier im Blog meine Hochachtung bekunden würde.  Und in diesem Sinne allen Lesern weit und breit und besonders meinen Ahrensfelder Mitbürgern einen gesunden, fröhlichen und hoffnungsvollen Start in ein friedliches, bürgerdienliches und ereignisreiches neues Jahr. Ich bleibe, davor können Sie ausgehen,  auch 2026 sachlich, kritisch und optimistisch wie immer.

Fotos: Autor(2), Archiv, Cartoon Mirco Tomicek

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