Das neue Jahr und keine hohen Erwartungen in Ahrensfelde
Da Fraktionen, sich ihrer Wahlversprechen erinnern, die eigentlich alle in vielen Punkten
gleich waren. Die Mitsprache der Bürger zu fördern, die Umwelt zu schützen, die
Lebensqualität auf vielen Gebieten zu verbessern, sei es im öffentlichen Nahverkehr,
im Radwegebau zwischen den Ortsteilen, bezahlbaren und sozialen Wohnraum zu
schaffen, die Freizeitangebote auszubauen, die medizinische Versorgung auszubauen, den dörflichen Charakter zu erhalten sowie Acker und Naturflächen zu schützen. Da brauchte ich kein Blei zu gießen, um zu wissen, dass sich 2026 nicht viel ändern wird.
Versprochen, gebrochen oder vergessen. Die Ahrensfelder Wählergemeinschaft, in deren
Wahlprogramm gerade die beiden letzten Themen enthalten waren, sagt das eine und
stimmt genau dagegen. Von dörflichen Charakter kann ja bei dem Baugebiet der
evangelischen Kirche entlang der Lindenberger Straße keine Rede sein, wenn
Drei- oder sogar Viergeschosser geplant sind. Auch das Winterdorf an der
Birkholzer Allee sieht im Entwurf eher aus wie eine Retortenkolonie, denn ein
Dorf angrenzend an Neu Lindenberg und beides haben die Freunde um Fraktionsvorsitzenden Stock zugestimmt.
Mehr noch, denn bei beiden Projekten werden wertevolle Ackerflächen, also Schutzgut
Boden, ganz oder teilweise überbaut. Wer soll diesen Leuten noch glauben? Und sind nicht eingehaltene Versprechen nicht auch eine Form von Wahlbetrug? Stellt das nicht ebenso wie fragwürdige Fraktionsbildungen das Wahlergebnis auf den Kopf?
Ich
denke, eine Gemeinde mit knapp 15.000 Einwohnern, und da bin ich ganz bei den, Vorschlägen, die
medizinische Versorgung zu verbessern, sollte es sich leisten, endlich in ein
Medizinisches Versorgungszentrum zu investieren. Bei den Zahnärzten gibt es
eine Warteliste, die ansässigen Hausärzte nehmen auch keine Patienten an und zu
Fachärzten müssen die Ahrensfelder nach Berlin oder Bernau. Alles Gerede
von Bürgermeister Gehrke, dass das allein Sache der Kassenärztlichen Vereinigung sei, ist
die übliche Masche, anderen die Verantwortung zuzuschieben, obwohl die Daseinsfürsorge
für uns Ahrensfelder eine ureigene Angelegenheit der Gemeinde ist. Es gibt in
Deutschland Gemeinden mit nicht einmal 2.000 Einwohnern, die mit den Nachbarn in ein Medizinischen
Versorgungszentrum erfolgreich investiert
haben.
Hat die Gemeindevertretung, haben die Fraktionen nur ein einziges Mal, ein Thema ihrer so rosigen Wahlversprechen als Antrag in der Gemeindevertretung begründet und diskussionswürdig eingereicht? Nein, nicht ein einziges Mal. Wieso auch? Von der Überzeugung beseelt, erst einmal gewählt zu sein und auf die Trägheit, das Desinteresse der Bürger an den Vorhaben in der Gemeinde spekulierend, tagen sie Monat für Monat und lassen sich von der Verwaltung treiben, die aber fleißig ihre Arbeit macht und sowohl die Investitionen und Anschaffungen auf die Tagesordnungen bringt.
Ein Trauerspiel der nicht eingelösten Wahlversprechen, ein Geschehen, das auch für das Jahr 2026 keine großen Hoffnungen aufkommen lässt. Vorwärts in Filzlatschen. Ich würde mich freuen, wenn ich mich irren sollte und ein Ruck durch die Fraktionen geht. Wenn sie ihre Wahlflyer hervorkramen und Thema auf Thema 2026 versuchen, ihre versprochenen Vorhaben peu a peu umzusetzen. Aber kein Silberstreifen am Horizont. Auch, so lange Bürgerbeteiligung als lästig, unerwünscht und sogar als gefährlich angesehen wird, statt als Chance.
Ich bin der erste, der ihnen hier im Blog meine Hochachtung
bekunden würde. Und in diesem Sinne allen Lesern weit und breit und besonders meinen Ahrensfelder Mitbürgern einen gesunden, fröhlichen und hoffnungsvollen Start in ein friedliches, bürgerdienliches und ereignisreiches neues Jahr. Ich bleibe, davor können Sie ausgehen, auch 2026 sachlich, kritisch und
optimistisch wie immer.
Fotos: Autor(2), Archiv, Cartoon Mirco Tomicek

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