Der SV 1908 "Grün-Weiß" Ahrensfelde e.V. ist uns lieb, aber auch teuer

Ja, liebe Leute, ich habe gefragt, ob die Finanzwünsche des SV 1908 "Grün-Weiß" Ahrensfelde e.V. (GWA) nicht langsam ein Fass ohne Boden sind? Das hat mir wiederum Ärger eingebracht. Aber das geht mir an der linken Schulter vorbei und ich werde als ebenso engagierter, wie aktiver und kritischer Bürger Ahrensfeldes nicht aufhören, Fragen zu stellen. Klar ist, Vereine, und das gilt auch für den GWA, sollten sich selbst tragen. Das sichert ihre Eigenständigkeit, stärkt das Gemeinschaftsgefühl, fördert die Eigenverantwortung und ist ein Kriterium für die Gemeinnützigkeit. Pi mal Daumen sollen die Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen vier Fünftel und der Rest Spenden und Einnahmen eigener Aktivitäten ausmachen. Aber das schafft unser Verein GWA nicht und erhält völlig zu recht neben anderen auch von der Gemeinde Zuschüsse für seine sportliche und soziale Rolle in Ahrensfelde. Nur stellt niemand, und das verwundert doch, bei uns die Frage, wie weit belastet der Sportverein die Gemeinschaft, wie achtet er die Gemeinschaft und was tut er, um sie zu entlasten?  

Also zu einem erfolgreichen Verein, und das ist GWA ohne Zweifel, gehört, dass er sich selbst trägt. Es ist nicht ganz richtig, wenn der Vorsitzende von Grün-Weiß Ahrensfelde, Herr Lachmann, behauptet, dass es keinen Sportverein gäbe, der ohne Zuschüsse auskommt. 

Und das trifft nicht nur für die ganz Großen zu. Aber darum geht es nicht. Vielmehr um die Frage, ob der größte Verein unserer Gemeinde über seine Verhältnisse lebt und immer mehr Geld aus der Gemeindekasse beansprucht? Das scheint so, wie ein aktuelles Beispiel beweist: GWA beantragt nun über die Fraktion "Ahrensfelder Wählergemeinschaft/Bürgerverein Eiche" in der Gemeindevertretung im Januar die Beantragung von Fördergeldern für einen Anbau an das Sportlerheim. Schließlich hat der Bund ein Förderprogramm "Sanierung kommunaler Sportstätten" aufgelegt, wovon sich einiges bei uns versprochen wird. Ganz abgesehen davon, dass, na ja, dieser Antrag sowohl vom Vereinsvorsitzenden und dem mit dem Verein eng verbundenen Fraktionsvorsitzenden Stock unterzeichnet ist, frage ich mich, was ein Neubau mit Sanierung zu tun hat?

Wäre da nicht passender, Fördermittel für den Schallschutz nach dem Ausbau der Spielplätze zu beantragen, was der Absicht dieser Förderung weit eher entspricht? Aber auf die Idee kommt natürlich niemand in dieser Fraktion, die, und das ist per se ja nicht schlecht, auch eine ziemlich starke Lobby des Vereins GWA ist. Dass der Verein mit den seit Jahren andauernden Verstößen gegen gesetzliche Auflagen etwa von Bauplänen und Immissionsschutzgesetzen die Nachbarschaft nervt, ist doch inzwischen unbestritten. 

Und die Fragwürdigkeiten gehen ja noch weiter. Der Anbau an das Sportlerheim soll einem inklusiv nutzbares Jugend- und Seniorenhaus dienen. Was inklusiv oder exklusiv nutzbar ist, das bleibt im Dunkel ebenso wie die Kosten dieses Anbaus. Aber haben wir nicht eine mit Küche ausgestattete Seniorenbegegnungsstätte und einen Saal im OTZ, den die Senioren für Veranstaltungen nutzen können sowie einen Jugendklub? Meines Wissens stehen sie auch offen für GWA-Mitglieder, oder? Und was soll bei GWA angeboten werden als Konkurrenz? Ehrlich wäre, Nutzen, Kosten und Alternativen gegeneinander abzuwägen. Aber das ist wohl zu viel verlangt, nicht erwünscht und erfordert einen ganz neuen Arbeitsstil. Es ist bedauerlich wie undemokratisch, dass solche Themen in der Gemeindevertretung nicht mehr in einer sachlichen Atmosphäre oder überhaupt diskutiert werden können.

Eine weitere berechtigte Frage ist, ob sich der Verein das leisten und die Betriebskosten selbst tragen kann? Oder dass damit gerechnet und spekuliert wird, dass die GWA-Lobby es schon wieder richten wird, dass dieser Anbau mit einer beachtlichen Beteiligung an der Investition als auch an den immer währenden Folgekosten durch die Gemeinde getragen wird? Denn eine vordringliche Aufgabe der Mitglieder der Gemeindevertretung ist die sorgsame Verwaltung der Mittel der Gemeinde im Interesse aller Einwohner und nicht einer Minderheit von etwa fünf Prozent. Genug ist eigentlich genug! Aber ich muss kein Hellseher sein, wenn ich davon überzeugt bin, dass der Anbau, dieses sogenannte GWA-Jugend- und Seniorenhauses bei dieser Gemeindevertretung leider schon beschlossene Sache ist, oder wie es heißt, sind die Messen schon gesungen. So läuft es basisdemokratisch und transparent gewöhnlich bei uns.

Ich habe nicht nur einmal darauf verwiesen, dass allein die rund 1.000 Mitglieder von GWA, von denen ein beachtlicher Teil nicht einmal in der Gemeinde wohnt, pro Kopf ein Vielfachen bekommen, als wir für unsere 3.000 Senioren bereit sind, auszugeben. Wie das moralisch zu werten ist, das muss jeder in der Gemeindevertretung mit sich selbst ausmachen. Ich jedenfalls glaube und erwarte, dass all diese Fragen öffentlich für uns Einwohner und Steuerzahler beantwortet werden, sachlich, kritisch und optimistisch wie immer.

Fotos: Autor (2), Archiv S.U.

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