Neues aus der Provinz -was sonst noch passiert - diesmal in Lindenberg
Was also ist in Lindenberg passiert? Nein, nicht dass Frau Freitag und damit die unbeliebte Fraktion BVB/Freie Wähler wieder demokratisch abgestraft wurden. Ja, das auch, wenn das schon schlimm genug und bezeichnend für das Klima in der Gemeinde ist. Es wurde, absolut demokratisch, ein AfD-Mann gewählt. An seinem Engagement in der Gemeinde aber kann es kaum liegen. Der Landwirt ist bar jeder kommunalen Erfahrung und hatte bis zu seiner Wahl als Stellvertreter offensichtlich überhaupt am Geschehen in der Gemeinde kein Interesse, blieb jedenfalls unsichtbar. Und mit diesem Malus gehört schon eine große Portion Mut, Naivität oder Selbstüberschätzung dazu, sich dieses Amt zuzutrauen.
Würde Herr Heinecke jenen Herrn Berger, obwohl der Träger der Ehrennadel des Siedlerverbandes in Gold mit Stein ist, als geeignet sehen, seine teuersten GPS-gesteuerten Landmaschinen zu bedienen? Sicher nicht, denn der kann es nicht. Herr Siegfried Berger aber glaubt umgekehrt, Herrn Heinicke zuzutrauen, die Geschickte des Ortsteiles zu lenken? Welchen Grund gab es also für Heineckes Wahl durch CDU und SPD? Das wird man doch fragen dürfen? Ist es nicht beängstigend, dass die großmäulig verkündete Brandmauer von CDU und SPD zur AfD in der Gemeinde Ahrensfelde wieder gefallen war? Und so wird es weiter gehen: Erst in den Gemeinden und Städten, dann in den Kreisen und weiter in den Ländern.
Vielleicht liegt es daran, dass die AfD in der Gemeindevertretung eine aktive, bürgernahe Haltung vertritt, sich mit Ideen und Anträgen verdient macht, anstehende Probleme zu lösen und die direkte Demokratie zu entwickeln? Alles vor den Wahlen 2024 versprochen! Nein, sie zeigt kein eigenes Profil, schwimmt mit dem Strom. Was ist alternativ im Programm der AfD bei uns? Nichts, absolut nichts! Es ist ein Wunder, dass so viel Ahrensfelder diesen Leuten die Stimme gaben, denn das Programm ähnelte sich bis auf Kleinigkeiten allen anderen. Während es die AfD-Führung bei uns schafft, Spitzenleute aus dem Landtag, ja sogar aus dem Bundestag nach Ahrensfelde zu holen, die nur ihre Politik im Land propagieren und rechtfertigen, wie Migrationsfeindlichkeit, Austritt aus der NATO, Abbau von Sozialleistungen usw. All das hat aber mit unseren vielen Problemen in Ahrensfelde unmittelbar wenig zu tun. Zwei unwesentliche Anträge der AfD-Fraktion in einer ganzen Wahlperiode. Die Fraktion der AfD bietet keine Alternativen zu den Bauprojekten, die Probleme schaffen, zu fehlenden medizinischen Einrichtungen, zu ausstehenden Radwegen zwischen den Ortsteilen, dem Raubbau an Natur und Umwelt.
Hoffentlich merken das die Ahrensfelder bald, ob in Lindenberg oder in den anderen Ortsteilen. Die einzige echte Alternative ist für mich, die Fraktion "Bürger für Ahrensfelde". Ja ich sympathisiere nicht nur mit ihnen, auch weil sie den Bürgerdialog um einen Schallschutz für uns Anwohner zu ihrem ureigensten Anliegen gemacht haben, wie überhaupt die Interessen, Wünsche und auch Träume der Ahrensfelder. Wenn die Linken mehr links wären und nicht link und die Grünen grün, für den Schutz der Umwelt und Natur und somit auch gegen die Vernichtung von Ackerland durch Siedlungsbau, dann würde mein Herz sicher dreigeteilt sein. Und in einem muss ich mich korrigieren. Ich schreibe oft, dass es in Ahrensfelde jedem Menge Probleme gäbe. Das ist falsch. Es sind nicht Probleme, sondern für unsere Gemeindevertreter und jeden von uns Herausforderungen.
So weit also nicht nur eine Betrachtung zur Wahl des Ortsvorstehers in Lindenberg, sachlich, kritisch und optimistisch wie immer.
Fotos:Autor
P.S. Demnächst auch über die Hochkultur des Whiskeytrinkens als Ahrensfelder kulturelle Tradition und der Versuch des Bürgermeisters, direkte Demokratie zu verbessern. Übrigens wird die Seite "Moreikes Ahrensfelde" täglich im Durchschnitt 156 Mal am Tag besucht, danke!

