Warum können oder wollen unsere Gemeindevertreter nicht rechnen?
Die Gemeindevertretung hat beschlossen, dass Investor Winter an der Birkholzer Allee auf 11 Hektar sein Winterdorf, wie ich es nenne, bauen lassen darf. Ganz abgesehen davon, dass kluge Leute in der Gemeinde das als Schlüssel für das Tor sehen, die ganzen 31 Hektar bis zur Ahrensfelder Straße zuzubauen. Auch geht es diesmal nicht um den Verlust von Pflanzen und Tieren, von Mikroorganismen und den Schaden für den Wasserhaushalt und das Mikroklima durch die Bodenversiegelung. Nein, es geht ausschließlich darum, wie verheerend es für unsere Ernährung ist, solchen Projekten offenbar ohne gründlich nachzudenken, sein Ja-Wort zu geben.
Es sind immerhin elf Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche, auf der mal Mais und mal Getreide angebaut wurde. Es könnten auch Kartoffeln sein, das gibt der Boden her. Und nun beginnt meine Rechnung, ganz einfach. Jeder Viertklässler kann das nachrechnen. Nehmen wir an, es wird Roggen angebaut. Auf einem Hektar werden in der Regel 50 - 70 Dezitonnen geerntet. Ich gehe von 65 Dezitonnen aus, das sind 6.500 Kilogramm. Für ein Schrotbrot mit Sauerteig, also ein gutes und gesundes Brot backt der Bäckermeister aus 850 Gramm Roggenmehl.
Das macht aus 6.500 Kilogrammramm rund 7.647 Brote. Nun sind es aber elf Hektar, macht also nach Adam Riese 84.117 Brote. Und weil jeder Deutsche, von der Wiege bis zur Bahre 1 Brot je Woche isst, sind das 4.680 Brote bis zum 90. Lebensjahr. Also könnte, wenn das Winterdorf nicht gebaut werden würde, achtzehn Menschen ihr Leben lang mit Brot versorgt werden können. Ist das nicht toll?
Gut, nicht jeder ist so ein Brotesser. Also rechnen wir das noch einmal mit Kartoffeln durch. Es sind, um nicht noch einmal alle Schritte anzufangen, 40 Tonnen der "Nudeln", wie sie hier nördlich von uns in der Uckermark heißen, von einem Hektar geerntet. Auf elf Hektar macht das 440.000 Kilogramm. Und bei einem - laut Statistischem Bundesamt - durchschnittlichen Verbrauch je Einwohner von 63,5 Kilogramm im Jahr könnte sich ein Deutscher davon 6.929 Jahre ernähren. Weil das natürlich Unsinn und nur eine hypothetische Annahme ist, rechnen wir es einfacher. Jeder unserer fast 15.000 Ahrensfelder, auch die Babys in der Wiege und wird Uralten könnten von unseren elf Hektar Kartoffeln von Mai bis Oktober, Kartoffelbrei, Bratkartoffeln, Puffer, Pellkartoffeln oder Kartoffelklöße machen.
Ohne Scherz, dagegen stimmt also unsere Gemeindevertretung. Ist das nicht verrückt. Sie stimmen nicht nur für Kartoffeln, die aus der Pfalz kommen, sondern sogar aus Polen, den Niederlanden, Belgien, ja sogar aus Spanien, Italien, Zypern, Marokko, Ägypten und Israel. Nicht nur, dass der Transport die Ökobilanz je Bio-Kartoffel infrage stellt, nein, in Marokko sind fast 7 Prozent der Bevölkerung von Hunger bedroht und in Ägypten ist Hunger sogar ein sehr ernstes Problem, wie der Hungerindex ausweist. Ganz abgesehen davon, dass sie dort lieber Couscous essen oder Reis.
Alles, liebe Leute, hängt mit Allem zusammen, soviel habe ich während des Studium der Philosophie gelernt. Aber wir Ahrensfelder können doch nichts tun, denken viele, um das zu ändern. Na, ganz so ist es nicht, denn viele scheinbar kleinen Leute an vielen kleinen Orten können Großes bewirken. Wenn sie es wollen. Fangen wie bei uns an. Ich finde, so wie jeder von uns täglich nachdenkt, was er kaufen muss, dass der Kühlschrank gefüllt ist und dass jeden Tag für die Familie etwas auf den Tisch kommt, so gilt das auch für jene Leute in der Gemeindevertretung und Verwaltung, die für unseren Alltag und erst recht unsere Zukunft entscheiden. Nachdenken, Rechnen, Abwägen ist immer richtig, das ist meine Meinung, sachlich, kritisch und optimistisch wie immer.
Fotos: Autor, Archiv Moreike, Yandex, Zeichnung Bauunterlagen Gemeinde Ahrensfelde
P.S. Mein Blog wurde in dieser Woche laut Google Analyttis folgender Maßen hochgeladen: In Hongkong 342mal, Deutschland 325mal, Singapur 152mal, USA 111mal, Schweiz 4mal wie auch Vietnam, Kanada 3mal wie auch Norwegen und Brasilien 2mal sowie in weiteren 25 Ländern je einmal. Im Schnitt täglich 154, 4 mal.
Das sind die Fakten. kein Kommentar!


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